Das Top und Flop-Ranking: Platz fünf

Publishing Beobachter des größten europäischen Zeitschriftenverlages G+J werden mit dem vierten Quartal 2008 immer den Capital- ProSiebenSat.1-Kundrun- Bertelsmann-Komplex verbinden. In all den Wirren um den Gruner + Jahr-Chef Bernd Kundrun, geriet völlig in Vergessenheit, dass der Verlagsmanager im November eine richtig clevere Investition tätigte. Er sicherte dem Medienhaus einen Anteil am Boom-Segment der Shopping-Community. Hier sind die fünften Plätze der Top- und Flop-Liste für die Web-Szene 2008.

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Flop: Platz 5
Ebay-Deutschland

Berlin Dreilinden. In einem kleinen Industriepark vor den Toren der Hauptstadt lag für ein paar Jahre das Zentrum eines neuen deutschen Unternehmertums. Hier residiert die Deutschland-Zentrale von Ebay. Zwischen 2000 und 2007 entstand durch und neben dem Online-Auktionshaus ein ganz neues Wirtschaftswunder. Tausende von Menschen machten sich als Powerseller selbstständig und bauten ihr eigenes kleines E-Commerce-Geschäft auf.
Ebay ist zwar ein US-Unternehmen, aber in der Wahrnehmung der meisten deutschen Web-Nutzer war der Boom der Plattform auch eine deutsche Erfolgsgeschichte und die Firma irgendwie auch ein wenig „Made in Germany“ – so wie viele Menschen heute noch Opel für einen einheimischen Konzern halten.

Ab dem Frühjahr 2008 wurde aber alles anders. Die Ebay-Chefin Meg Whitman dankte ab und John Donahoe übernahm. Als eine der ersten globalen Companys spürte das Online-Auktionshaus die drohende Krise und reagierte mit einer radikalen Umstrukturierung  und einem strikten Sparkurs.
Aus der stolzen und relativ unabhängigen Berliner Zentrale wurde ein einfaches Regional-Büro. Die Konsequenz: Deutschland-Chef Stefan Groß-Selbec schmiss hin und wechselte auf den Chefposten von Xing.
Spätestens an diesem Punkt endete eine Ära. Die goldene Zeit des deutschen Powerseller-Wirtschaftswunders scheint unwiderruflich vorbei.
 

Top: Platz 5
Shopping-Community

Beobachter des größten europäischen Zeitschriftenverlages G+J werden mit dem vierten Quartal 2008 immer den Capital-ProSiebenSat.1-Kundrun-Bertelsmann-Komplex verbinden. In all den Wirren um den Gruner + Jahr-Chef Bernd Kundrun, geriet völlig in Vergessenheit, dass der Hamburger Verlagsmanager im November eine richtig clevere Investition tätigte. Er sorgte für eine G+J-Beteiligung an der europäischen Shopping-Community BuyVIP. Der Einkaufsclub hat mittlerweile rund drei Millionen Mitglieder und verzeichnet ein tägliches Wachstum von mehreren tausend Nutzern. Das Erfolgskonzept: „An den zeitlich und mengenmäßig limitierten Kampagnen von BuyVIP kann nur teilnehmen, wer Mitglied der Community ist. Die geschlossene Käufergruppe kann Markenartikel zu stark reduzierten Preisen erstehen oder erhält exklusiven Zugang zu Produktneuheiten“, erklärt die Plattform.
Größter Deutscher Konkurrent von BuyVIP ist Brand4Friends. An dem Berliner Start-up ist unter anderem die Verlagsgruppe Holtzbrinck beteiligt. Innerhalb eines Jahres konnten die Berliner alleine knapp eine Million Mitglieder nur in Deutschland gewinnen – Tendenz steigend.
Zur Freunde ihrer Investoren, präsentiert Brands4Friends für 2008 wohl prima Zahlen. Der Umsatz des Start-ups soll zwischen 25 und 30 Millionen Euro liegen. Verkauft wurden bislang rund 400.000 Pakete. Dabei lag der durchschnittliche Wert eines Warenkorbes angeblich bei rund 70 Euro.

2008 nahm das Konzept der Shopping Community fahrt auf und sorgt für ein virales, aber trotzdem organisches Wachstum. 2009 könnt die ganz große Stunde der geschlossenen Einkaufsgesellschaften schlagen.
>> Platz 6: Bild-Leserkamera
>> Platz 7: Video-Stars, Zoomer.de
>> Platz 8: Mister Wong, Schwarzekarte

>> Platz 9: Combots, Ikea

>> Platz 10: „FAZ“, FAZ-Blogs

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