Roland Tichy

War 2008 für Sie eher ein gutes oder eher ein schlechtes Jahr? Geht`s dem Blatt gut, freut sich der Chefredakteur, und deshalb bin ich mit 2008 ganz zufrieden: Die harte Auflage ist gegen den Trend leicht gestiegen, das neue Konzept greift und die Anerkennung für die WiWo wächst. Den Dezember werden wir auch noch hinter […]

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War 2008 für Sie eher ein gutes oder eher ein schlechtes Jahr?
Geht`s dem Blatt gut, freut sich der Chefredakteur, und deshalb bin ich mit 2008 ganz zufrieden: Die harte Auflage ist gegen den Trend leicht gestiegen, das neue Konzept greift und die Anerkennung für die WiWo wächst. Den Dezember werden wir auch noch hinter uns bringen und damit: Ja, das war ein gutes Jahr.
Wer waren 2008 die Gewinner im Mediengeschäft?
Den großen, strahlenden Sieger gibt es wohl nicht, und schon gar nicht in Print und kaufmännisch betrachtet auch nirgends – selbst im Web häufen sich ja eher die Schwierigkeiten. Aber ja, es gibt trotzdem positive Entwicklungen – das Seite-Eins-Foto der FAZ entwickelt sich zum täglichen Kult-Objekt und zeigt, dass im Journalismus Witz und Intelligenz mehr zählen als alles andere. Und zwar in jeder Mediengattung. Mehr davon!
Wer waren 2008 die Verlierer?
Auf Verlierern herumzutrampeln gehört sich nicht. Aber der Niedergang von Capital und Impulse haben mich doch sehr getroffen – schließlich war ich da ja auch mal, kenne und schätze viele Kollegen, die plötzlich vor diesem Scherbenhaufen stehen. Da zeigt sich eine neue Form des Umgangs mit Mitarbeitern, man könnte es auch hire & fire nennen.
Was waren 2008 die größten Überraschungen?
Die Zuspitzung der wirtschaftlichen Probleme bei einigen großen US-Zeitungs- und Medienkonzernen gerade in den letzten Wochen hat mich sehr überrascht. Die Branche ist verwundbar geworden.
Was erwarten Sie für 2009?
Das wird ein Jahr des Strukturbruchs. In Wirtschaft und Medien ist das bereits spürbar – in Politik und Gesellschaft werden die Risse mit der wachsenden Arbeitslosigkeit größer, der Umgang mit Mitarbeitern durch eine neue Brutalisierung geprägt. Das wird Deutschland vor eine Bewährungsprobe stellen.

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