Anzeige

„MM“: Kundrun wollte G+J verlassen

Pikante Enthüllungsgeschichte des "Manager Magazins": Ausgerechnet das Wirtschaftsblatt, bei dem Gruner + Jahr Gesellschafter ist, berichtet in seiner Freitag erscheinenden Ausgabe: G+J-Vorstandschef Bernd Kundrun verhandelte intensiv mit dem Aufsichtsrat von ProSiebenSat.1 über die Nachfolge von Guillaume de Posch. Verlagssprecher Alexander Adler bestätigte auf MEEDIA-Anfrage: "Es gab einen Kontakt." Aber, so Adler weiter: "Bernd Kundrun hätte nicht zur Verfügung gestanden." Peinlich ist die Sache allemal.

Anzeige

Pikante Enthüllungsgeschichte des „Manager Magazins“: Ausgerechnet das Wirtschaftsblatt, an dem Gruner + Jahr Gesellschafter ist, berichtet in seiner Freitag erscheinenden Ausgabe: G+J-Vorstandschef Bernd Kundrun verhandelte intensiv mit dem Aufsichtsrat von ProSiebenSat.1 über die Nachfolge von Guillaume de Posch. Verlagssprecher Alexander Adler bestätigte auf MEEDIA-Anfrage: „Es gab einen Kontakt.“ Aber, so Adler weiter: „Bernd Kundrun hätte nicht zur Verfügung gestanden.“
Wie Autor Klaus Boldt im „Manager Magazin“ schreibt, habe Kundrun über alternative Konzepte hochrangigen Vertretern des Senders geführt, die Monate lang nach einem Nachfolger für den amtsmüden Vorstandsboss de Posch fahndeten. Der promovierte Betriebswirt Kundrun sammelte in den 90er Jahren als Geschäftsführer von Premiere Erfahrungen im TV-Geschäft und erzielte seinerzeit glänzende Zahlen.
Wer bei den Gesprächen wen zuerst kontaktierte, ist unklar. Gruner + Jahr wollte dazu keinen Kommentar abgeben. Ein Insider: „Es ist kaum anzunehmen, dass Bernd Kundrun bei ProSieben in der Telefonzentrale angerufen hat.“ Die wohl eher zutreffende Variante ist die, dass ein vom Fernseh-Konzern beauftragter Headhunter den G+J-Chef kontaktiert hat. Laut „Manager Magazin“ scheiterte Kundrun erst in der Endrunde am Novartis-Vorstand und ehemaligen Tabak-Manager Thomas Ebeling, was auf weit mehr als einen „Erstkontakt“ hindeutet. Ebeling war vorige Woche als neuer Chef von ProSiebenSat.1 vorgestellt worden.
Diese Darstellung löst bei Kennern des Hamburger Verlagshauses ungläubiges Erstaunen aus. „Unter normalen Umständen“, so ist aus dem Umfeld zu hören, sei es „kaum denkbar, dass ein Vorstandschef Gruner + Jahr den Rücken kehrt, um für einen Finanzinvestor einen angeschlagenen TV-Konzern zu sanieren. Wenn das so wäre, müssen andere Motive eine Rolle gespielt haben.“
Trotz des Verlags-Dementis bezüglich der Wechsel-Absichten des Vorstandschefs ist die Angelegenheit peinlich, zumal Gruner + Jahr am „Manager Magazin“ direkt und indirekt mit insgesamt 37 Prozent beteiligt ist. Da ist auch Außenstehenden klar, dass die Chefredaktion und der Autor sich gründlich überlegen, eine solche Story zu publizieren. Die Veröffentlichung des „Manager Magazins“ kommt zu einem Zeitpunkt, als am Baumwall nach dem Wirbel um „Minderleister“ und die Zusammenlegung der Wirtschaftstitel gerade wieder Ruhe einzukehren schien. Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski wird den neuerlichen Medienrummel, unabhängig vom Wahrheitsgehalt, wohl kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen. Bernd Kundrun führt Gruner + Jahr seit dem 1. November 2000. Er folgte damals Gerd Schulte-Hillen, der die Altersgrenze erreicht hatte.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige