Deutsche Bank übernimmt großes Springer-Paket

Wechsel des Großaktionärs bei der Axel Springer AG: 8,4 Prozent der Anteile bzw. 2.753.301 Aktien des Unternehmens, die seit 2003 vom amerikanischen Finanzinvestor Hellman & Friedman gehalten wurden, gingen per 15. Dezember an die Deutsche Bank. Hellman & Friedmans Investment sinkt daraufhin auf 1,6 Prozent. Damit betätigt sich der Dax-Konzern als klassischer antizyklischer Investor. „Kaufen, […]

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Wechsel des Großaktionärs bei der Axel Springer AG: 8,4 Prozent der Anteile bzw. 2.753.301 Aktien des Unternehmens, die seit 2003 vom amerikanischen Finanzinvestor Hellman & Friedman gehalten wurden, gingen per 15. Dezember an die Deutsche Bank. Hellman & Friedmans Investment sinkt daraufhin auf 1,6 Prozent.

Damit betätigt sich der Dax-Konzern als klassischer antizyklischer Investor. „Kaufen, wenn die Kanonen donnern“, lautet ein altbekanntes Börsianer-Sprichwort. Wesentlich lauter als in den letzten drei Monaten geht es kaum: 2008 dürfte das schlechteste Börsenjahr der Geschichte werden – die deutschen Leitindizes haben sich fast halbiert, die Aktie der Axel Springer liegt seit Januar gar um 55 Prozent unter Wasser.

Natürlich: Es handelt sich beim 8,4 Prozent-Paket nur um strategisches Investment, bei dem kein Einfluss auf das operative Geschäft ausgeübt bzw. gar eine mehrheitliche Beteiligung angestrebt wird.

„Nach Einschätzung der Axel Springer AG werden die Aktien der Deutschen Bank mittelfristig in einem erholten Kapitalmarktumfeld breit im Markt platziert werden“, erklärte Springer-Sprecherin Edda Fels. „Dies entspricht dem Wunsch der Axel Springer-Aktionäre nach einer höheren Liquidität und dient der Wertentwicklung des Unternehmens.“

So weit, so richtig. Doch auch die Deutsche Bank hat nichts zu verschenken und tritt nicht als patriotischer Abnehmer eines Aktienpakets auf, das gerade zum Verkauf steht. Am Ende des Tages geht es nur um Rendite: Das – und nur das – ist die einzige Währung, die an der Börse wirklich zählt, wie der Dax-Konzern dieses Jahr leidvoll nach seinen Milliarden-Abschreibungen im Zuge der  Subprime-Krise erfahren musste.

Für Anleger ist das Deutsche Bank-Investment mitten im tiefsten Bärenmarkt der vergangenen Jahrzehnte damit ein interessantes Signal. Das deutsche  Finanzinstitut sieht offenkundig auf dem ermäßigten Niveau dieser Tage attraktive Kaufgelegenheiten – und investiert rund 115 Millionen Euro in das größte börsengelistete Verlagshaus der Republik.

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