„Journalisten des Jahres“ vom „stern“

Für ein Glanzstück des investigativen Journalismus werden die „stern“-Reporter Malte Arnsperger und Markus Grill als „Journalisten des Jahres“ geehrt. Sie hatten aufgedeckt, dass der Discounter Lidl systematisch seine Mitarbeiter bespitzelt. Die Geschichte schlug hohe Wellen und veranlasste Lidl, seine skandalöse Firmenpolitik zu ändern. Der Preis wird Anfang 2009 vom „medium magazin“ in Berlin vergeben. Außer Grill und Arnsperger werden noch 13 weitere Journalisten geehrt.

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Als „Redaktion des Jahres“ kürt das Magazin die „Berliner Zeitung“ für ihre „außerordentliche Standfestigkeit und ihr Bemühen, allen widrigen Umständen im eigenen Verlag wie auf dem hart umkämpften Berliner Zeitungsmarkt zum Trotz ein lesenswertes Blatt zu machen“, so die Begründung der Jury. Die Preise „Journalisten des Jahres“ werden aufgrund der Bewertung einer 50-köpfigen Fachjury zum fünften Mal vergeben.

„heute journal“-Moderator und Beinahe-„Spiegel“-Chefredakteur Claus Kleber bekommt die Auszeichnung als „Politik-Journalist des Jahres“. Der viel beschäftigte Steffen Klusmann, der neben der Chefredaktion der „Financial Times Deutschland“ 2009 auch die Ober-Hoheit der zentralen Wirtschaftsredaktion von Gruner + Jahr und zusätzlich auch noch die Chefredaktion von „Capital“ übernimmt, bekommt den Preis als „Chefredakteur des Jahres“. Mit „stern“-Star-Autor Arno Luik (Kategorie Kulturjournalist) und „P.M.“-Herausgeber Hans-Hermann Sprado (Kategorie Wissenschaftsjournalist) werden weitere G+J-Journalisten geehrt.

Der engagierte Sportjournalist Jens Weinreich wird für seine Standhaftigkeit im Streit mit dem mächtigen DFB-Boss Theo Zwanziger geehrt und „WiWo“-Chef Roland Tichy darf den Preis als „Wirtschaftsjournalist des Jahres“ entgegennehmen. Ute Frieling-Huchzermeyer, Chefredakteurin des überaus erfolgreichen Titels „Landlust“ wird als Newcomer geehrt. Die „Spiegel“-Leute Beat Balzi, Frank Dohmen, Klaus-Peter Kerbusk und Thomas Schulz erhalten die Auszeichnung als „Reporter des Jahres“ für die Aufdeckung des Datenschutz-Skandals bei der Deutschen Telekom. Für sein Lebenswerk wird der 80-jährige TV-Journalist Gerd Ruge ausgezeichnet.

Lokalchef des Jahres ist Arno Makowsky, der die Münchner „Abendzeitung“ relauncht hat, lokale Autoren des Jahres sind für die Fachjury Josef-Otto Freudenreich, Meinrad Heck, Wolfgang Messner und Rainer Nübel. Unterhaltungsjournalist des Jahres ist der Mundart-Kabarettist Franz-Markus Barwasser, der den unterfränkischen Grantler Erwin Pelzig im Bayerischen Rundfunk mimt. Zwei Sonderpreise gibt es auch noch. Einen für journalistisches Engagement erhält Susanne Fischer, die Programmchefin des Institute for War and Peace Reporting. Den zweiten Sonderpreis bekommt Jakob Augstein für seinen Mut, in schwierigen Zeiten die Wochenzeitung „Freitag“ zu übernehmen und neu auszurichten.

Die Preisverleihung „Journalisten des Jahres“ findet am 16. Januar in Berlin statt. Einige der Preisträger können gleich in der Hauptstadt bleiben. Denn wie in den Vorjahren überschneidet sich das ausgezeichnete Personal von „medium magazin“ teilweise mit Jenen, die kurze Zeit später, am 19. Januar, ebenfalls in Berlin, den Medienpreis Goldener Prometheus des Helios Verlages („V.i.S.d.P.“) erhalten. Auf doppelte Lobpreisung dürfen hoffen: Markus Grill und Malte Arnsperger, Jens Weinreich, die Redaktion der „Berliner Zeitung“ und Ute Frieling-Huchzermeyer.

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