DotComTod 2.0: Comeback der Kult-Site

Ist es wirklich wieder soweit? Matthias Süß glaubt, dass sich die Geschichte wiederholt und die Web-Wirtschaft, wie vor acht Jahren, wieder zusammenbricht. Der Chronist des damaligen Niederganges, war die Seite DotComTod. Das Portal berichtete aktuell und detailliert von den neusten Pleiten und war die erste Adresse für Gerüchte, welches Start-up als nächstes offline geht. Mit DotComTod2.0 wagt Matthias Süß unter alter Web-Adresse und ohne die alten Macher, nun ein Comeback.

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Ist es wirklich wieder soweit? Matthias Süß glaubt, dass sich die Geschichte wiederholt  und die Web-Wirtschaft, wie vor acht Jahren, wieder zusammenbricht. Der Chronist des damaligen Niederganges, war die Seite DotComTod. Das Portal berichtete aktuell und detailliert von den neusten Pleiten und war die erste Adresse für Gerüchte, welches Start-up als nächstes offline geht. Mit DotComTod2.0 wagt Matthias Süß unter alter Web-Adresse und ohne die alten Macher, nun ein Comeback.

Der Claim der neuen Seite weisst die Richtung: „Geschichte wiederholt sich manchmal“. Den ersten Storys wie „Huffington Post hat die beste Zeit hinter sich“ oder „10 Ways to Monetize Twitter“ fehlt jedoch die alte investigative Sprengkraft der Urversion. Der Neuling verzichtet auch noch auf eines der zentralen DCT-Elemente: den toten Briefkasten. Mittels einer Mail konnten früher alle Mitarbeiter, Freunde oder sonstigen Informanten anonyme Hinweise auf Firmen-Schieflagen schicken.

Hinter dem Comeback steht der SEO-Experte Matthias Süß. In seinem Start-Eintrag schreibt er: „DotComTod 2.0 – Geschichte wiederholt sich” ist das Motto dieses Weblogs. Unter DotComTod.com (DCT), der Adresse im Web, unter der nun mein kleines Privatvergnügen zu lesen ist, war in den stürmischen Zeiten der .com-Blase die zentrale Anlaufstelle für exitorientierte Unternehmensnachrichten.“

Die Web-Adresse DotComTod kaufte der Schwansdorfer einfach: „Ich habe wohl gleich ein sehr akzeptables Angebot unterbreitet, denn großartig verhandeln musste ich nicht mehr“, erzählt Süß dem Interview-Blog.
Betrieben wurde die DCT-Urversion von Lanu, von der noch immer niemand so genau weiß, wer sie eigentlich ist. Mit Boocompany befüllt sie noch heute ein Portal, das sich bissig und kritisch mit „exitorientierte Unternehmensmeldungen“, kurz Pleiten, beschäftigt. Zweiter bekannter Name in Bezug auf das alte Portal ist Rainer Meyer alias Don Alphonso.

Der Don kommentiert gewohnt grantelnd die Formulierung „Comeback der Kult-Site“: „Was für ein Blödsinn. Jemand hat sich eine nicht mehr benutzte URL beschafft, das ist alles. Niemand von denen, die DCT gemacht haben, ist an Bord. Das Prinzip hat mit DCT nichts zu tun. Ich würde den Macher nicht als Trittbrettfahrer bezeichnen, aber es wäre ganz nett, wenn man das originale DCT in Frieden ruhen lassen würde.“

Die alten Macher haben tatsächlich kein Interesse mehr an der Seite. Süß erzählt: „Ich habe Lanu die Domain als Weihnachtsgeschenk angeboten – Sie hat aber dankend abgelehnt.“
Viele Beobachter sind davon überzeugt, dass sich die Situation von 2000/01 nicht mit der heutigen Krise vergleichen lässt. Nico Lumma schreibt beispielsweise: „Es gibt keine größenwahnsinnig bewertete Nullnummern mit IPO-Aspirationen, es gibt einen kleinen M&A-Markt, es gibt zwar viele kleine Start-ups, und nicht alle schaffen es, aber die großen wilden Dinger, wie vor acht Jahren, gibt es nicht zu beobachten.“
>> Rivva

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