Tribune-Pleite kostet Ackermann Millionen

Die spektakuläre Pleite des US-Zeitungsriesen Tribune Company zieht ihre Kreise bis nach Deutschland. Auch die Deutsche Bank könnte von den nun drohenden Zahlungsausfällen betroffen sein. Und das offenbar im ganz großen Stil: Wie das renommierte Medienmagazin "Editor & Publisher" in seiner Online-Ausgabe berichtet, hat der Dax-Konzern Kredite in Höhe von umgerechnet 572 Millionen Euro vergeben – den zweithöchsten nach dem Dow Jones-Mitglied JP Morgan Chase.

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Nicht nur der Immobilienmarkt birgt hohe Ausfallrisiken – auch in der klassischen Medienbranche kann in diesen Tagen richtig viel Geld verloren werden. Diese Erfahrung könnte nun die Deutsche Bank machen. Der 2008 durch Milliarden-Abschreibungen im Zuge der Finanzmarktkrise ohnehin schon gebeutelte Dax-Konzern hat nach Angaben des US-Traditionsmedienmagazins „Editor & Publisher“ Kredite in Höhe von 737,5 Millionen Dollar (572 Millionen Euro) an den strauchelnden US-Zeitungsriesen Tribune Company vergeben, zu dem unter anderem die „Chicago Tribune“ und „Los Angeles Times“ gehören. Ob das Engagement abgesichert war, ist bislang unklar.

Nach dem Dow Jones-Mitglied JP Morgan Chase, dem Zahlungsausfälle in Höhe von 1,045 Milliarden Dollar drohen (811 Millionen Euro), ist die Deutsche Bank der zweitgrößte Gläubiger. Die Investmentfirma Angelo Gordon & Co. LP hat mit 324,5 Millionen Dollar am drittmeisten verliehen. Zu den weiteren Kreditoren zählen die Private Equity-Firmen Kohlberg Kravis Roberts’s KKR Financial, Highland Capital Management und Davidson Kempner Capital Management.

Erwartetes Ende einer Schieflage: Tribune beantragt Chapter 11

Der zweitgrößte Zeitungsverlag der USA musste gestern Nachmittag erwartungsgemäß Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragen. Vermögenswerten von 7,6 Milliarden Dollar stehen Verbindlichkeiten von 12,97 Milliarden Dollar gegenüber. Der US-Immobilientycoon Samuel Zell hatte den strauchelnden US-Traditionsverlag erst im vergangenen Jahr übernommen, bisher aber keine Erfolge bei seinem Restrukturierungskurs erzielen können.

Im Gegenteil: Im vergangenen Quartal fielen Verluste in Höhe von 84 Millionen Dollar an. Bis Ende des Jahres muss das US-Medienunternehmen mit Hauptsitz in Chicago für Zinszahlungen über eine Milliarde Dollar aufwenden – weitere 500 Millionen Dollar sind im nächsten Jahr fällig.

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