ProSiebenSat.1: Keine Chance für Springer

Alles wie erwartet: Dreieinhalb Jahre nach der Untersagung der Springer-Übernahme der ProSiebenSat.1 Media AG durch das Bundeskartellamt hat das Oberlandesgericht Düsseldorf (OLG) heute das Verbot bestätigt. Der private deutsche Fernsehmarkt werde schon jetzt vom Duopol ProSiebenSat.1 und RTL beherrscht, begründete das Gericht seine Entscheidung. Das Hamburger Verlagshaus hatte bis zuletzt um seine ehrgeizigen TV-Pläne gekämpft und will nun gegebenenfalls in Revision gehen.

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Keine Überraschung in Düsseldorf: Auch nach dreimaliger Urteilsverschiebung kommt die Hamburger Axel Springer AG nicht dazu, ProSiebenSat.1 Media zu übernehmen, wie es das Verlagshaus 2005 mit seiner Offerte ursprünglich angestrebt hatte.  Das Oberlandesgericht Düsseldorf (OLG) bestätigte heute Vormittag, dass das vom Bundeskartellamt ausgesprochene Übernahmeverbot rechtens sei. Springers Beschwerde gegen die Entscheidung des Kartellamtes ist damit zurückgewiesen.

Der zuständige Richter Jürgen Kühnen unterstrich bei Urteilsverkündung noch einmal, was er bereits zuvor hatte durchblicken lassen: Der private deutsche Fernsehmarkt werde schon jetzt vom Duopol ProSiebenSat.1 und RTL beherrscht, die zusammen auf einen Marktanteil von mehr als 90 Prozent kommen. Mit einer Übernahme von ProSiebenSat.1 durch Springer wäre es zudem zur Möglichkeit einer wechselseitigen Bewerbung gekommen: Etwa in der Bild-Zeitung für das TV-Programm von ProSieben – und vice versa. Alleine diese Konzentration reiche für eine Untersagung aus, erklärte Richter Kühnen.

Springer: „Die Entscheidung kam für uns nicht überraschend“

Der Hamburger MDax-Konzern reagierte gefasst auf die Urteilsverkündung des Oberlandesgerichts Düsseldorf. „Die Entscheidung kam für uns nicht überraschend“, erklärte Konzernsprecherin Edda Fels am Mittwoch in einer ersten Reaktion in Berlin. Für das laufende Geschäft habe sie keine Bedeutung.

Es sei Springer vielmehr darum gegangen, für künftige Transaktionen Rechtssicherheit bekommen zu wollen, „nicht nur mit Blick auf ProSiebenSat.1“, wie Fels erklärte. „Ob wir beim Bundesgerichtshof in Revision gehen, ist noch nicht klar“, erklärte die Springer-Sprecherin am Mittwoch.

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