Google unter Feuer: Der Tag danach

Tim O’Reilly ist ein Mann der klaren Worte. Und gestern wurde der Urvater des Web 2.0 sehr deutlich. „Wenn sich Google für schwere Zeiten wappnen muss, ist die Party wirklich vorbei“, twitterte der Technologie-Journalist und Software-Entwickler – und verlinkte Jessica Vascellaros große Google-Krisengeschichte im gestrigen „Wall Street Journal„. Dort waren Dinge zu lesen, die bislang […]

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Tim O’Reilly ist ein Mann der klaren Worte. Und gestern wurde der Urvater des Web 2.0 sehr deutlich. „Wenn sich Google für schwere Zeiten wappnen muss, ist die Party wirklich vorbei“, twitterte der Technologie-Journalist und Software-Entwickler – und verlinkte Jessica Vascellaros große Google-Krisengeschichte im gestrigen „Wall Street Journal„.

Dort waren Dinge zu lesen, die bislang kaum für möglich gehalten worden waren: Google-CEO Eric Schmidt verkündete tatsächlich: „Wir werden uns verhalten, als wüssten wir nicht, was noch kommt“, hatte der 53-jährige Technologieveteran erklärt – und gleichermaßen Sparmaßnahmen angekündigt.

Softwareentwickler werden nicht mehr im bisherigen Umfang Manpower-Ressourcen zur Verfügung gestellt bekommen, Projekte, „die nicht so spannend sind“, werden zurückgefahren und die magische 20 Prozent-Regel, nach der sich Mitarbeiter einen Tag in der Woche um eigene Projekte kümmern konnten, damit für nicht länger existent erklärt.

Was für eine Trendwende bei jenem Dot.com-Unternehmen, das über Jahre die Grenzen der Schwerkraft außer Kraft zu setzen schien! Das hat inzwischen auch die Wall Street registriert, die den Platzhirsch der Internetsuche mittlerweile so kritisch betrachtet wie nie – von Vorschusslorbeeren keine Spur mehr. Im Gegenteil:

• Die Aktie hat im laufenden Jahr mehr als 60 Prozent an Wert verloren
• Die ersten Wall Street-Analysten halten den Zenit für überschritten und sehen sinkende Umsätze voraus
• Investmentbanken senken ihre Kursziele und sprechen sogar Verkaufsempfehlungen aus

„Googles Geschäftsmodell enthüllt seine Achillesferse“,  warnt das „Wall Street Journal“. Und zieht die Schlussfolgerung: „Nicht einmal Google ist immun gegen die Krise.“ Seit gestern hat es der letzte Optimist begriffen.

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