Anzeigenkrise trifft Programmzeitschriften

Kein anderes Print-Segment leidet so sehr unter der aktuellen Schwäche des Werbemarkts wie die TV-Zeitschriften. Laut ZAS-Anzeigenstatistik hat die Branche in den ersten elf Monaten des Jahres 12,2% weniger Anzeigenseiten gedruckt als 2007. Dabei trifft es nicht nur die Klassiker wie "Hörzu", "Fernsehwoche", "Funk Uhr" & Co., sondern auch "TV Spielfilm", "TV Movie" und "TV Digital". Vor allem im November gab es dort fette Minuszeichen in den Bilanzen.

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Die 14-täglichen Programmies, einst Lieblingskinder der Werbebranche, leiden ähnlich stark wie die wöchentlichen Titel. Betrachtet man allein die Novemberzahlen, so hat „TV Spielfilm“ beispielsweise 26,6% der im November 2007 gedruckten Anzeigenseiten verloren – das sind fast 37 Seiten weniger. Bei „TV 14“ gingen sogar 28,2% oder rund 34 Seiten verloren, „TV Movie“ büßte 12,9% der Vorjahresumfänge ein und selbst der IVW-Aufsteiger der vergangenen Jahre, „TV Digital“ druckte 17,6% weniger Anzeigenseiten. Angemerkt werden muss dabei, dass die ZAS-Zahlen keinen Unterschied zwischen bezahlten Anzeigen, Austauschgeschäften oder Eigenwerbung macht, die fetten Minuszeichen sind aber klare Indizien dafür, dass es der Branche schlecht geht.

Auch im Vergleich der kompletten elf Monate mit denen des Vorjahres liegen die 14-täglichen Titel deutlich im Minus: „TV Spielfilm“ verlor dementsprechend bis Ende November 18,1% der 2007 noch 1282,2 gedruckten Anzeigenseiten und kommt noch auf 1050,1 Seiten. Bei „TV Movie“ beträgt das Minus 17,0%, bei „TV Digital“ 9,0%. Die größten Verlierer des Segments sind aber laut ZAS einige Wochentitel: Die „Funk Uhr“ verlor demnach im Jahresvergleich 18,4% der Werbung, die „Hörzu“ liegt 19,6% unter dem Jahr 2007, bei „TV Hören und Sehen“ sind es 20,7%, bei der „Fernsehwoche“ 22,0% und bei „TV Klar“ sogar 22,9%.

Gewinner gibt es im Markt der Programmzeitschriften zwar auch, allerdings sind das mit „Die Zwei“, „nur TV“ und „TV Sünde / TV 4Men“ ausschließlich Titel, die nicht die größte Rolle im Werbemarkt spielen. Am Segments-Minus von 12,7% ändern sie jedenfalls nicht viel. Für die Programmies mehren sich die Alarmzeichen damit von Monat zu Monat, von Quartal zu Quartal. Nicht nur die Anzeigenseiten, auch die verkauften Auflagen der meisten Titel sinken seit einiger Zeit.

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