Tribute to Bambi – wo sich die Krise in Rauch auflöst…

Krise? Welche Krise? Wenn man einer Veranstaltung, oder besser: einem Event, wie dem Tribute to Bambi beiwohnt, dann kratzt man sich hinterher nur noch am Kopf, wenn man tags darauf wieder was von Medienkrise liest. G+J Vorstandschef Bernd Kundrun malt in der „FAZ“ sehr schwarz und fordert allen Ernstes die Abschaffung der Mehrwertsteuer für die […]

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Krise? Welche Krise? Wenn man einer Veranstaltung, oder besser: einem Event, wie dem Tribute to Bambi beiwohnt, dann kratzt man sich hinterher nur noch am Kopf, wenn man tags darauf wieder was von Medienkrise liest. G+J Vorstandschef Bernd Kundrun malt in der „FAZ“ sehr schwarz und fordert allen Ernstes die Abschaffung der Mehrwertsteuer für die notleidende Print-Branche. Gestern Abend „beim Tribute“ war doch noch alles in bester Ordnung! Models defilierten vorbei und boten wahlweise Rauchwaren oder Filetspitzen an. Printen-König (Printen, nicht Print!) Hermann Bühlbecker hielt im ledernen Hemd mit Stehkragen wie üblich Hof, inmitten von seinem Lambertz-Gebäckstand. Eingerahmt von knusprigen Keksen und Damen. Weltstars wie Leona Lewis und Robyn brachten ein Ständchen. Moderatorin Barbara Schöneberger machte Witze über die eigene Oberweite. Draußen vor dem Silver Dome im Europa-Park in Rust warteten die S-Klasse und R-Klasse Limousinen des von der Krise gebeutelten Luxusauto–Herstellers Mercedes Benz, um die werten Gäste zurück in ihre luxuriösen Unterkünfte zu gleiten.

Krise? Medienkrise gar? Davon war an diesem Abend Nullkomma Null zu spüren. Klar, das Haus Burda ist meisterlich in der Inszenierung des schönen Scheins. Hier und da konnte man sorgenvolles Geflüster vernehmen, was denn wohl alles gespart werden würde, wenn erst der verlorene Sohn Phillip Welte als neuer Vorstand zurück sei. Aber eingehüllt in der vorweihnachtlichen Komfort-Zone des Bambi, schienen solche Sorgen seltsam fern und irreal.

Das alles erinnerte ein wenig an die Auftritte der Print-Elite neulich beim Zeitschriftenverleger-Kongress in Berlin. Auch dort präsentierte sich die Branche mit der üblichen Kraftmeier-Rhetorik, und die Damen mit den Rauchwaren waren unterwegs. Hubert Burda stimmte beim Tribute to Bambi zwar kein Bergvagabunden-Lied an, wie weiland beim VDZ-Kongress, die Stimmung war hier wie da trotz formaler Krise aber blendend. Ist die Dauerparty nur ein Pfeifen im dunklen Walde oder ist am Ende alles gar nicht so schlimm? Vielleicht ist die Branche nach der Erfahrung mit der Dotcom-Blase einfach ein wenig pragmatischer geworden. Motto: Hauptsache die Stimmung stimmt.

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