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Die Baustellen der WAZ-Mediengruppe

Sparkurs, Entlassungen, Umsatzrückgänge, Krise. Die Schlagzeilen aus der WAZ-Mediengruppe sind derzeit nicht die Erfreulichsten. Grund: Den Print-Objekten des Konzerns laufen die Leser und Werbekunden davon, das Internet kann diese Verluste längst noch nicht kompensieren. MEEDIA hat sich aus aktuellem Anlass die relevanten Marktdaten der WAZ-Zeitungen, -Zeitschriften und -Websites angeschaut und zeigt, wo es besonders hakt.

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Zeitungen: Die Tageszeitungen der WAZ-Mediengruppe werden bei der IVW nur noch gebündelt gemeldet. Sprich: Es liegen keine einzelnen Auflagen für „WAZ“, „NRZ“, „WP“ und „WR“ vor. Doch auch in dieser Gesamtauflage ist ein deutlicher Trend zu beobachten, im dritten Quartal 2008 gehörte die WAZ-Gruppe zu den größten Verlierern aller deutschen Tageszeitungen. Mit einem Minus von 3,3% gegenüber dem Vorjahr rutschte die verkaufte Auflage auf den historischen Minuswert von 845.073, die Zahl der Abonnenten fiel erstmals unter 800.000. Ähnlich das Bild bei den WAZ-Zeitungen in Thüringen: Die Zeitungsgruppe Thüringen fiel mit ihren drei Blättern „Thüringer Allgemeine“, „Thüringische Landeszeitung“ und „Ostthüringer Zeitung“ ebenfalls auf ein historisches Verkaufstief: 328.544 Zeitungen (-4,0%) wurden im dritten Quartal abgesetzt. Bei den Abonnenten ging den drei Titeln innerhalb von zehn Jahren mehr als ein Drittel der Kundschaft verloren.

Zeitschriften / Gong Verlag: Der Bestseller des Gong Verlags heißt „TV Direkt“. Das 14-tägliche Programmie verfügt seit Jahren über eine relativ stabile Auflage, verkaufte im dritten Quartal 1,07 Millionen Stück. Auch die Billig-Titel „TV 4Wochen“ und „nur TV“ liegen stabil im Markt. Probleme haben hingegen die Tradtions-Blätter wie „Gong“ und „Bild + Funk“, die seit Jahren ununterbrochen Auflage verlieren. Der einstige Millionen-Seller „Gong“ lag im dritten Quartal 2008 nur noch bei 307.013 verkauften Exemplaren, „Bild + Funk“ schaffte nur noch 176.483. Deutliche Verluste verzeichnet zudem „Die Aktuelle“. Bei den Tier-Titeln wie „Ein Herz für Tiere“, „Geliebte Katze“ und „Partner Hund“ sieht es nicht ganz so dramatisch aus, doch auch hier sind die besten Zeiten längst vorbei. Im Anzeigenmarkt läuft es 2008 ebenfalls schlecht: „TV direkt“ verlor laut ZAS im Vergleich zu 2007 6,1% der Anzeigenseiten, der „Gong“ sogar 11,9%.

Zeitschriften / Westdeutscher Zeitschriften-Verlag: Alle fünf in der Düsseldorfer WAZ-Tochter herausgegebenen Zeitschriften haben im 12-Monats-Vergleich an Auflage verloren. Am stabilsten sieht es dabei noch bei „Das goldene Blatt“ aus: Dort fiel die Auflage in den vergangenen zehn Jahren nur leicht. Deutlicher sind die Verluste beim „Echo der Frau“, wo von den noch in den 90ern 500.000 verkauften Heften noch 272.361 übrig geblieben sind. „Frau aktuell“ und „Neue Welt“ schwächeln auf ähnlichem Niveau und auch die neu erworbene „Frau im Spiegel“ konnte ihren Abwärtstrend im Jahresvergleich noch nicht stoppen. Immerhin gingen im dritten Quartal 2008 mit 319.103 verkauften Heften mehr über die Ladentische als in den drei Quartalen zuvor. Im Werbemarkt spielen die WZV-Yellows traditionell keine große Rolle, nur 12% bis 15% der gedruckten Seiten bestehen aus Anzeigen. Immerhin verzeichnen „Das goldene Blatt“, „Echo der Frau“, „Frau aktuell“ und „Neue Welt“ dabei Anstiege von mehr als 10% (Stand: Oktober), nur die „Frau im Spiegel“ verlor im Jahresvergleich 13,3%.

Internet: Während die Zeitschriften-Titel der WAZ-Gruppe kaum über nennenswerte Internet-Auftritte verfügen, konzentrieren sich die journalistischen Aktivitäten dort seit Oktober 2007 auf „DerWesten“, die gemeinsame Website der NRW-Tageszeitungen. Von der Zielsetzung, möglichst noch 2008 die Marktführerschaft in Nordrhein-Westfalen zu erreichen, ist man allerdings noch ein Stück entfernt: Laut IVW liegt „DerWesten“ sowohl bei den Visits als auch bei den Page Impressions relativ klar hinter Konkurrent „RP Online“. Bei den Visits erreichte „DerWesten“ im Oktober mit 4,80 Mio. 78% der „RP Online“-Werte, bei den PIs mit 37,09 Mio. 70%. Ähnlich das Verhältnis bei den AGOF-Zahlen: „RP Online“ verfügt dort derzeit über 1,17 Mio. Unique User, „DerWesten“ kommt auf 1,01 Mio. Und auch bei den Zahlen des Google-AdPlanners hat „DerWesten“ noch Aufholbedarf: Mit 0,68 Mio. Unique Visitors unterliegt er auch hier „RP Online“ (0,83 Mio.). Positiv: Die Zahlen der früheren Einzelwebsites der Tageszeitungen hat „DerWesten“ längst übertroffen.

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