„Bild“: Bundesliga geht an ARD & Premiere

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) will die nationalen Fernsehrechte ab 2009 erneut an die ARD und Premiere vergeben. Das berichtet "Bild" in der heutigen Ausgabe. Damit würden die Fernsehrechte erneut an die gleichen Sender gehen, obwohl zahlreiche andere Modelle in der Diskussion waren. Vermutlich muss die Liga mit rund zehn Millionen Euro weniger Einkünften rechnen, bislang hatte sie 409 Millionen Euro eingenommen. Die DFL kommentierte den Bericht nicht.

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Schließlich soll die Entscheidung erst morgen bekannt gegeben werden. Nach Informationen von Bild.de bleibt fast alles wie es war: Der angeschlagene Sender Premiere soll erneut die Pay-TV-Rechte erhalten. Premiere soll alle Spiele live zeigen. Die Erstverwertungsrechte der Samstagsspiele im Free-TV sollen weiter bei der ARD und damit bei der „Sportschau“ liegen. Die „Sportschau“ wird mit Moderatorin Monica Lierhaus weiter am Samstag vor 20 Uhr die Zusammenfassung des Spieltages senden.
Die Erstverwertungsrechte der Sonntagsspiele liegen beim Deutschen Sport-Fernsehen (DSF), die Spiele sind im Free-TV zu sehen. Einzige Neuerung: Premiere darf ein Samstagspiel um 18.30 Uhr live senden, im frei empfangbaren Fernsehen sind Spielszenen im „Aktuellen Sportstudio“ im ZDF zu sehen.

Heute berät der Liga-Vorstand, dem unter anderem Reinhard Rauball, Karl-Heinz Rummenigge und Heribert Bruchhagen angehören, abschließend über die Rechtevergabe. Morgen wollen die beiden DFL-Geschäftsführer Christian Seifert und Tom Bender auf ihrer Mitgliederversammlung den Klubvertretern das favorisierte Modell vorstellen. Danach soll eine Entscheidung gefällt werden.

Erhalten Premiere und die ARD morgen tatsächlich die Fernsehrechte, muss die Liga mit einem geringfügigen Einnahmeverlust rechnen. In der vergangenen Saison hatten die Bundesliga-Klubs 409 Millionen Euro erhalten, jetzt könnten es rund zehn Millionen Euro weniger sein. Zuletzt war kolportiert worden, dass die Liga sogar mit rund 370 Millionen Euro auskommen müsse.

Die Vergabe der TV-Rechte ab 2009 hatte sich in den vergangenen Monaten zu einem dramatischen Gerangel entwickelt, nachdem das Bundeskartellamt seine Zustimmung zum Modell Leo Kirchs verweigert hatte. Der Kirch-Vertrag hätte den Klubs pro Saison garantierte 500 Millionen Euro beschert.

An der am vergangenen Freitag abgelaufenen Bewerbung um die TV-Rechte hatten insgesamt 19 Unternehmen teilgenommen. Darunter auch der Disney-Kanal ESPN, dem lange Zeit gute Chancen für die Pay-TV-Rechte eingeräumt worden waren. Konkurrent Premiere, der beinahe existentiell von den Bundesliga-Rechten abhängig ist, dürfte sein Angebot daraufhin noch einmal nachgebessert haben.

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