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Hinrichs: Xing-Verkauf kein Thema

Ein Abgang mit Fragezeichen. Fünf Jahre war Lars Hinrichs das Gesicht von Xing. Der Erfolg des Netzwerkes ist nur mit seinem Namen verbunden. Doch jetzt – völlig überraschend – tritt der CEO zurück und überlässt das operative Geschäft Stefan Groß-Selbeck, Ex-Chef von Ebay Deutschland. Im MEEDIA-Interview erklärt Hinrichs warum er geht und warum Groß-Selbeck der richtige Mann für mehr Wachstum ist. Zudem widerspricht der Großaktionär Verkaufsgerüchten.

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Wie sind ihre Erfahrungen mit Dementis via Twitter? Ende letzter Woche dementierten sie eine DPA-Meldung über den Microbloggin-Dienst, lange bevor das offizielle Unternehmens-Meldung raus ging. Ist das ein erster Schritt zu einer neuen Firmen-Kommunikation?

Als börsennotiertes Unternehmen halten wir uns natürlich an die Regeln des Kapitalmarktes. Deshalb ging die Adhoc-Meldung von uns unmittelbar Montagfrüh raus, als mein Wechsel in den Aufsichtsrat auch tatsächlich spruchreif war.
Über Twitter habe ich übrigens nur definitiv falsche Fakten kommentiert. Mit der dpa haben wir natürlich auch direkt gesprochen, die daraufhin eine zweite Meldung mit unserem Statement zeitnah verbreitet hat.

Warum steigen sie jetzt aus?
Ich habe Xing in den vergangenen fünf Jahren aufgebaut. Das Unternehmen ist auf einem sehr erfolgreichen Wachstumskurs und in Europa bestens positioniert. Dazu habe ich meinen Teil beigetragen und kann jetzt einen Schritt zurücktreten und in den Aufsichtsrat wechseln. Für die neue, erweiterte Wachstumsphase haben wir uns nun jemanden geholt, der als ein erfolgreicher Manager und Kenner des Internetgeschäfts gilt. Ich vertraue voll darauf, dass er Dank seiner Erfahrung Xing enorme zusätzliche Wachstumspotenziale erschließt und das Unternehmen seine Marktführerschaft beim Business Networking in Europa weiter ausbaut.

Sie meinen, Stefan Groß-Selbeck hat bei Ebay bewiesen, ein bereits eingeführtes Unternehmen weiterhin auf einen starken Wachstumskurs zu halten?
Ja. Er wird seine langjährige Erfahrung im Online-Community-Geschäft bei uns voll einbringen und wir freuen uns schon sehr auf die Zusammenarbeit.

Die Börse war bislang wenig begeistert von dem Führungswechsel.
Unser Aktienkurs entwickelte sich in den letzten Monaten sehr stabil und auch die ersten Analystenupdates nach der Ankündigung der personellen Veränderung zeigen unveränderte Kursziele.
Der Tageskurs an der Börse ist nur Gradmesser. Sie ist für uns kein Exit-Kanal, sondern ein Finanzierungsmodell. Wenn man sieht, dass gestern gerade mal 8000 Papiere von uns gehandelt wurden, dann kann man nicht sagen, dass die Leute das Vertrauen in Xing verloren haben. Verkauft haben in den letzten Monaten hauptsächlich Fonds, die verkaufen mussten, weil sie generell Positionen auflösen müssen. Abgesehen davon erleben wir in diesem vierten Quartal gerade beste Steigerungsraten und stark gestiegen Zugriffe auf unser Business-Netzwerk.

Ist die Wirtschaftskrise also gut für Xing?
Ja. Wir profitieren extrem von der Krise, weil unsere Mitglieder Xing gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten noch aktiver nutzen und daraus echten Mehrwert generieren.

Als Xing-Großaktionär, was erwarten sie von ihrem neuen CEO?
Er ist gerade hier und lernt das Team kennen. Mit ihm haben wir einen Analytiker mit extrem hoher emotionaler Intelligenz verpflichtet. Stefan Groß-Selbeck wird die etablierte Skalierbarkeit von Xing für die weitere Umsetzung der erfolgreichen Wachstumsstrategie nutzen – so wie es ihm schon als Geschäftsführer von Ebay Deutschland gelungen ist, den deutschen Markt zum wichtigsten Ebay-Markt außerhalb der USA aufzubauen.

Gibt es einen Preis bzw. eine Schmerzgrenze, zu der Sie Ihre Xing-Anteile verkaufen würden?
Das steht derzeit gar nicht zur Diskussion. Ich war und bin der mit Abstand größte Aktionär des Unternehmens und sehe darin ein langfristiges Investment.

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