Die Tops und Flops von „Spiegel“ & Co.

Welche Titel von "Spiegel", "stern" und "Focus" verkaufen sich besonders gut, welche fallen am Kiosk durch? Wenn die Chefredakteure der drei Magazine diese Frage schon im Vorfeld beantworten könnten, hätten sie einen leichteren Job. Im MEEDIA-Cover-Check können sie zumindest im Nachhinein auf einen Blick sehen, welcher Titel wie erfolgreich war. Mit Hilfe des Cover-Checks wollen wir nun auf das bisherige Jahr 2008 schauen: Welche waren die Bestseller, welche die Flops?

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Beginnen wir diese Analyse der Einzelverkaufszahlen mit ein paar generellen Worten. Insgesamt war das bisherige Jahr 2008 für die drei großen Wochenmagazine ein recht schwieriges Jahr am Kiosk. „Der Spiegel“ verkaufte sich mit den Heften 1 bis 43 im Durchschnitt 392.144 mal, der „stern“ 365.252 mal und der „Focus“ ging 153.870 mal über die Ladentische. Damit liegen alle drei Titel klar unter den Vergleichszahlen der Ausgaben 1 bis 43/2007. Beim „stern“ gingen 4,8% der Einzelverkaufsauflage verloren, beim „Spiegel“ 5,6% und beim „Focus“ sogar 8,0%. Blicken wir einzeln auf die drei Magazine:

Der Spiegel„: Beim „Spiegel“ gab es seit Ausgabe 13/2008 („Als Jesus noch ein Guru war“) keinen riesigen Verkaufserfolg mehr, kein Titel schaffte den Sprung über die 450.000-Hürde. Die wichtige 400.000er-Grenze durchbrachen 2008 bisher nur sechs Hefte, 2007 waren es zum gleichen Zeitpunkt bereits 14 Ausgaben. Der größte Bestseller 2008 war dabei bisher wieder mal ein Hitler-Titel: „Spiegel“ 3/2008 („Der Anfang vom Untergang“) ging 519.626 mal über die Kiosk-Theken. Hinter dem genannten Jesus-Titel (494.025 verkaufte Hefte) folgt auf Platz 3 die China-Ausgabe 32/2008 („Die nächste Revolution“). Allen drei Bestsellern lagen im Übrigen auch Begleit-DVDs bei – offenbar ein großes Kaufargument. Die drei größten „Spiegel“-Flops waren 2008 bisher die Ausgabe 5/2008 („Was ist der Einbruch in eine Bank gegen das Verspielen einer Bank?“) mit 322.567 verkauften Heften, Ausgabe 22/2008 („Das Geschäft mit der Sehnsucht nach dem Kind“) mit 323.902 im Einzelverkauf abgesetzten Exemplaren und Heft 16/2008 („Die Akte Siemens“) mit 324.688.

stern„: Auch beim „stern“ gab es 2008 weniger ganz große Bestseller als 2007. Nur mit einer Ausgabe sprang man über die 400.000er-Hürde, 2007 gelang das im Vergleichszeitraum, also den Heften 1 bis 43 noch sechsmal. Verkaufsschlager Nummer 1 war dabei das Thema China. Der Auftakt zur „stern“-Serie zur „unheimlichen Weltmacht“ verkaufte sich in Form von Ausgabe 15/2008 immerhin stolze 410.739 mal. Eine weitere Serie, die zum Thema „Besser leben ab 40“, erkämpfte sich die Ränge 2 und 3: Der Auftakt kam in „stern“ 33/2008 auf 391.605 im Einzelverkauf abgesetzte Exemplare, der fünfte Teil der Serie „Sex – Wie die Liebe lustvoll bleibt“ vier Wochen später sogar auf 396.054 verkaufte Hefte. Die größten „stern“-Flops des Jahres kamen auf rund 90.000 weniger verkaufte Exemplare: „Job, Geld, Altersvorsorge“ (43/2008) war mit 302.553 Verkäufen der Worstseller, auf den Plätzen 2 und 3 von unten folgen Heft 18/2008 („Der Holzklotz-Anschlag“) mit 307.541 verkauften „sternen“, sowie Ausgabe 27 („Der große Zoo-Test“) mit 309.292 Exemplaren.

„Focus“: An der Spitze gingen dem „Focus“ nicht so viele Bestseller verloren wie der Konkurrenz, dafür verkaufte er sich in der Breite aber schlechter. Vier Ausgaben schafften 2008 bisher den Sprung über die 200.000-Marke, 2007 waren es fünf. Ausgabe 34/2008 („Schlank werden, schlank bleiben“) war mit 260.403 im Einzelverkauf abgesetzten Heften sogar der bestverkaufte „Focus“ seit 2004. Dafür gab es mit Heft 25/2008 („Abi – und jetzt?“) aber auch eine Ausgabe, die mit einer Verkaufszahl von 96.749 an den Kiosken an der 100.000er-Hürde scheiterte. Nur ein „Focus“ verkaufte sich in der Geschichte des Burda-Magazins noch schlechter: Nummer 51/2006 („Meine Werte“). Besonders gut verkauften sich 2008 neben dem Schlankheits-Titel auch die Ausgaben 24/2008 („Mehr essen, weniger wiegen“) und 32/2008 („Der stille Killer Bluthochdruck“) – allesamt Gesundheits-Themen also. Am Ende der Liste finden sich neben dem Abi-Heft noch die Ausgaben 4/2008 („Online-Banking! Aber sicher!“) und 16/2008 („Verheizen Sie noch Geld?“).

Alle Heft-Auflagen von Ausgabe 1/2006 bis zum jeweils aktuell gemeldeten Heft finden Sie jederzeit in unserem „Cover-Check“-Tool.

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