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G+J: „Park Avenue“ gründet Betriebsrat

Mit der Hoffnung, möglicherweise einen Sozialplan verhandeln zu können, haben die 23 Mitarbeiter der „Park Avenue“ nach MEEDIA-Informationen kurzfristig einen Betriebsrat gegründet. Gruner + Jahr hatte am Mittwoch die Einstellung des 2005 gestarteten Personality-Magazins bekannt gegeben. Unterdessen verurteilt die Gewerkschaft Verdi in einem offenen Brief die Zusammenführung der Wirtschaftsredaktionen. Branchenkenner rechnen mit einer "Flut von Klagen".

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„Aus unserer Sicht ist dies ein für Gruner + Jahr zumindest ungewöhnlicher Schritt, der gerade in einem publizistischen Feld, das in besonderer Weise auf journalistische Unabhängigkeit und Qualität angewiesen ist, von uns sehr kritisch betrachtet wird“, heißt es in dem MEEDIA vorliegenden Brief des stellvertretenden Verdi-Vorsitzenden Frank Werneke an G+J-Vorstand Buchholz und Günter Maschke, Leiter des Bereichs Personal. Verdi wolle das Gespräch dazu aufnehmen, „wie eine sozial verträglichere Zusammenlegung der Redaktionen als über die derzeit im Raum stehenden Maßnahmen“ gefunden und „wie für die entstehende Zentralredaktion Startbedingungen auf Basis der Branchenstandards und den Tarifbeträgen“ geschaffen werden können.
Am Wochenende soll die Belegschaft über die Bewertung der Situation durch den Betriebsrat informiert werden. „Wir haben Zweifel, ob das Modell, Zeitung und Zeitschrift in einem Topf zu verrühren das verspricht, was Herr Buchholz in seinen Interviews kundtut“, hieß es dazu aus Betriebsratskreisen.
Am 27. November kommt der Gruner + Jahr-Aufsichtsrat zusammen, um über die Maßnahmen zu befinden. Offenbar will der Betriebsrat die Beschlüsse dieses Gremiums abwarten, bevor er am 1. Dezember die Mitarbeiter in einer Betriebsversammlung informiert.

Unterdessen rechnen Branchenkenner mit einer „Flut von Klagen“ gegen die betriebsbedingten Kündigungen bei den Wirtschaftsmedien, die den Redakteuren und Angestellten in den nächsten Wochen zugehen dürften. Ein Insider: „Es ist doch klar, dass hier ein lupenreiner Betriebsübergang vorliegt. Die Blätter werden weiter erscheinen, die Abonnenten werden dieselben sein.“ In diesem Fall müsste die noch zu gründende Service-GmbH die jetzt angestellten Mitarbeiter zu den bisherigen Bedingungen weiterbeschäftigen. Reichlich Stoff für längerdauernde Rechtsstreitigkeiten.

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