Neues Lohas-Heft: Welt retten für 4,80 Euro

Das Projekt ist ebenso ambitioniert wie abenteuerlich: Ohne Großverlag im Rücken und mit privatem Geld launcht eine Gruppe von Hamburger Journalisten am Montag das „Klima-Magazin“. Das Team um Herausgeber Uwe Dulias (Ex-„Bild“-Vize) und Chefredakteurin Christel Vollmer hat unter dem Claim „Besser leben“ einen Mix aus Reportagen, Interviews, Analysen und Service-Tipps für den Alltag zusammengestellt. Heute kommt die Startausgabe des "News-Lifestyle-Magazins" (Dulias) für 4,80 Euro in den Handel.

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Das Heft soll alle zwei Monate erscheinen. Neben Herausgeber Uwe Dulias gehören eine Reihe von erfahrenen Journalisten zum Redaktionteam: Chefredakteurin ist Christel Vollmer (Ex-„BamS“), Werner Köster (Gründungs-Chefredakteur von „Sportbild“) und Geo-Wissenschaftler Uwe Kehlenbeck sind ebenfalls mit im Boot. Den Anzeigenverkauf besorgt Rainer Gierke, langjähriger Gesamtanzeigenleiter der Verlagsgruppe Milchstrasse.

Am Freitag vergangener Woche wurde das „Klima-Magazin“ erstmals den Medien präsentiert. In erster Linie richte es sich an junge Menschen und „alle, die unsere Erde lieben“, so Dulias. Darunter fielen auch die sogenannten „Lohas“ (Lifestyle of Health And Sustainability) – kritische und gebildete Menschen, für die Nachhaltigkeit beim Konsum ein wichtiges Thema ist. Für diese medienaffine Zielgruppe gebe es im Markt bis auf einzelne Artikel, Serien, Reports oder Sonderausgaben in bestehenden Produkten wie „Geo“, „Spiegel“, „Focus“ oder „Mare“ bislang keine Orientierungshilfen, dort wolle man ansetzen. (Burdas „Lohas“-Projekt „Ivy“ wurde bereits in der Testphase nach der Auswertung des Verkaufs zweier regional limitierter Ausgaben beendet.)

Dafür will das „News-Lifestyle-Magazin“, so Herausgeber Uwe Dulias, wichtige Nachrichten und Stories zum Thema Klima und Umwelt bündeln und „so viel Wissenskompetenz vereinen, wie möglich“. Ziel sei es, ergänzte Chefredakteurin Christel Vollmer, das Magazin einerseits als „medialen Leuchtturm“ und damit als meinungspolitischen Träger der gesellschaftlichen Auseinandersetzung um den Klimawandel zu etablieren. Andererseits wolle man nah beim Leser bleiben und ihm zu Themen wie Energiekosten oder Allergien Orientierung und praktische Hilfetipps geben. Jeder Ausgabe liegt ein Dossier bei, das sich verstärkt wissenschaftlich mit einem Kernthema beschäftigt.

Trotz Finanz- und Medienkrise glaubt das Team an den Erfolg des Titels. Man habe sehr positive Resonanz aus den Agenturen bekommen, auch die Wissenschaft sei begeistert. „Mit der Finanzkrise ist ja nicht die Klimakrise verbunden“, so Dulias. „Im Gegenteil, die Menschen sind jetzt noch mehr verunsichert, brauchen jetzt erst recht zukunftsweisende Antworten auf ihre Fragen.“ Außerdem sei es in der Medienbranche schon immer richtig gewesen, sich antizyklisch zu verhalten. Gegenüber MEEDIA erklärte Dulias: „Noch ist der Printmarkt ein starker Markt, dem Online folgt.“

Die weltweit ausgerichtete Kooperation mit führenden Wissenschaftlern und Meinungsträgern als Autoren soll das Magazin in eine „herausragende Stellung im Medienmarkt“ bringen. Eine Ausgabe in englischer Sprache soll bald folgen, angedacht ist auch eine chinesische Version.

Das Heft wird von einem täglich aktualisierten Internet-Auftritt (www.klima-magazin.de) begleitet, der Stück für Stück zu einer Social Networking Plattform erweitert werden soll. Inhalts-Schwerpunkte sind die wichtigsten News aus aller Welt, gepaart mit Themen zum Klimawandel und Ratschlägen für bewusstes Leben. Ab Sonntag lässt sich dort auch das „Klima-Magazin“ downloaden – als kostenpflichtige E-Paper-Version. Geplant sind Blogs von namhaften Wissenschaftlern, Foren und IP-TV. 

Die Druckauflage des zum Start 148 Seiten starken Magazins beträgt 100.000 Exemplare. Den Vertrieb übernimmt Axel Springer. Um die Kosten zu decken, müssen etwa 42.000 Hefte verkauft werden. „Das wäre aber sensationell“, so Dulias. „Wir sind bereits mehr als zufrieden, wenn wir mit der ersten Ausgabe zwischen 20 bis 25.000 verkauften Exemplarern liegen.“ Immerhin: Über die Homepage sind schon über 100 Abo-Anfragen eingegangen.

Hinter dem „Klima-Magazin“ steht das zu diesem Zweck gegründete Verlags-Unternehmen IOCCC Media GmbH (Information Board of Climate Change Communication). Das Projekt finanziert sich aus rein privaten Mitteln, über 200.000 Euro wurden bereits investiert. Mitglieder des Beirats sind neben Udo Röbel, ehemals Chefredakteur der „Bild“-Zeitung, unter anderem Prof. Dr. Olav Hohmeyer, Europas Vertreter im UN-Klimarat, und Prof. Dr. Mojib Latif, einer der führenden Fachleute auf dem Gebiet der Klimaforschung in Deutschland.

Hier Einblicke in das neue Heft:

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