WAZ-Osterweiterung mit Steuergeldern

Die WAZ-Gruppe sitzt seit langem auf einer so prall gefüllten Kriegskasse, dass der Name des Essener Konzerns automatisch fiel, wann immer es um Verkauf oder Übernahme großer Regionalverlage ging. Zwar gehörten die Schlagzeilen der vergangenen Wochen einer radikalen redaktionellen Strukturreform, die möglicherweise Hunderte von Arbeitsplätzen kosten wird. Doch auch Investitionen sind ein Thema. In mehreren […]

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Die WAZ-Gruppe sitzt seit langem auf einer so prall gefüllten Kriegskasse, dass der Name des Essener Konzerns automatisch fiel, wann immer es um Verkauf oder Übernahme großer Regionalverlage ging. Zwar gehörten die Schlagzeilen der vergangenen Wochen einer radikalen redaktionellen Strukturreform, die möglicherweise Hunderte von Arbeitsplätzen kosten wird. Doch auch Investitionen sind ein Thema. In mehreren osteuropäischen Ländern sowie Staaten der ehemaligen Sowjetunion will der Verlag offenbar expandieren. Das tun andere auch.

Spannend ist, dass die WAZ sich dieses Investment durch Steuergelder (mit)finanzieren lässt. Wie der Mediendienst „New Business“ meldet, hat sich das Medienhaus einen Zuschuss von 40 Millionen Euro durch die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) gesichert. Diese sollen an die Wiener WAZ-Tochter „Ost Holding“ fließen. Die EBWE ist eine von öffentlichen Trägern sowie der Europäischen Kommission kontrollierte Bank und soll unter anderem den Aufbau pluralistischer Medienangebote fördern. Genau diesen Meinungspluralismus sieht übrigens der Deutsche Journalisten-Verband hierzulande durch die geplante Zusammenlegung der Mantelredaktionen der WAZ-Titel in Gefahr.

Man darf vermuten, dass der für die WAZ überaus lukrative Deal den überaus guten Kontakten seines Geschäftsführers Bodo Hombach in politische Netzwerke zu verdanken ist. Der langjährige SPD-Politiker war schließlich mal Chef des Bundeskanzleramtes unter Gerhard Schröder und EU-Balkankoordinator. Rein zufällig übernahm Parteigenosse Thomas Mirow im Juli das Amt des EBWE-Präsidenten. Beste Rahmenbedingungen also für eine gedeihliche Zusammenarbeit…

„Unterstützt“ werden sollen mit der Millionen-Finanzspritze Investitionen in den Bereichen Verlags- und Druckgeschäft sowie elektronische Medien. Im Vordergrund stehen dabei Zukäufe und Beteiligungen bei bereits bestehenden Firmen. Die WAZ ist bereits in Russland, Kroatien, Serbien, Rumänien, Ungarn sowie weiteren Ost-Staaten aktiv.

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