Anzeige

US-Medienkrise: Schon fast 25.000 Jobs weg

Die schlechten Nachrichten reißen nicht ab. Fast im Tagesrhythmus werden in den Personalabteilungen der Medienbranche neue Giftpillen verteilt. Jüngst verkündeten Yahoo und eBay massive Einschnitte in vierstelliger Höhe. Nun wurde bekannt, dass das renommierte Time Magazine 600 Mitarbeiter entlässt. Und das erst könnte erst der Anfang der Entlassungswelle sein: Schon unken Branchenexperten, wann das Superstart-up Facebook betroffen sein könnte.

Anzeige

Sieben Jahre ist es her, als das damals enorm beliebte Wirtschaftsmagazin „Fast Company“  die definitive Titelstory zur aufziehenden Wirtschaftskrise lieferte: „The Return of the Crummy Job“ – die Rückkehr des lausigen Jobs. Welch ein Unterschied zur boomenden New Economy um die Jahrtausendwende!

Doch die Geschichte scheint sich zu wiederholen – und zwar wortwörtlich.  Bereits im Juli startete der US-Spartenkanal Bnet eine Serie mit genau diesem Titel: „The Return of the Crummy Job„. Wegweisender hätte das Format kaum sein können. Knapp drei Monate ist der lausige Job nämlich aktueller – und begehrter denn je.

Aderlass in der Technologiebranche: Schwergewichte wie Cisco, Dell und Xerox bauen massiv ab

Das gilt auch – und erst recht – in der hippen Medienbranche. Synchron zum Crash an den Aktienmärkten greifen nämlich auch hier die alten Reflexe. Und das sowohl in der alten als auch der neuen Wirtschaft: Keine zwei Wochen ist es her, dass die Internet-Pioniere Yahoo und eBay die Trennung von jeweils 1500 Arbeitskräften verkündet haben. Die Technologie-Schwergewichte Cisco, Sony Ericsson (450), Micron Technologies, Texas Instruments zogen fast zeitgleich nach – Xerox und Dell verkündeten unterdessen gar den Abbau von 3000 bzw. 8900 Arbeitsplätzen.

Nun folgte gestern das renommierte Time Magazine dem Branchentrend. Wie die „New York Times“ berichtete, werden mehr als 600 Stellen „der Umstrukturierung“ zum Opfer fallen. Das entspricht 6 Prozent der Belegschaft. Der zum Medien-Konglomerat TimeWarner zählende Verlag wolle jedoch keine Titel einstellen, hieß es.

Layoff-Tracker: 24.602 Entlassungen seit Mitte September

Betrachtet man die wirtschaftliche Entwicklung jenseits des Atlantiks, erscheint die Maßnahme nur naheliegend. Die amerikanische Konjunktur befindet sich seit Anfang des Jahres im Abschwung, der in diesen Tagen längst zur Rezession herangewachsen sein dürfte – nur die statistische Bestätigung des Negativwachstums in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen steht noch aus.   

Synchron zum plötzlichen Börsencrash, der die globalen Finanzmärkte seit der Pleite von Lehman Brothers Mitte September erfasste, setzte ein regelrechter Exodus in der Medien- und Technologiebranche ein. Das Branchenorgan TechCrunch verfolgt die Entlassungswelle im Layoff-Tracker seitdem minuziös.  Erschreckender Zwischenstand: 91 Unternehmen aus der Technologie, Internet- oder Medienbranche entließen bis gestern 24.602 Mitarbeiter.

Valleywag: Einstellungsstopp bei Facebook?

Verbessern sich die konjunkturellen Aussichten und das Klima an den Kapital- und Kreditmärkten nicht zusehends, könnte es bald noch dicker kommen, erwarten Branchenexperten. Glaubt man dem Branchenblog Valleywag, könnte selbst das heißeste Start-up der Welt von der Kreditkrise härter betroffen sein als bislang gemutmaßt.

Im gestern veröffentlichten Beitrag mit dem provokanten Titel „Die  Facebook-Kündigungen“ spekuliert Valleywag über ein schnelles Ende von Facebooks Einstellungsboom. Bis zu 1000 Mitarbeiter wollte Mark Zuckerberg bis Ende  des Jahres. „Doch das wird wohl nicht in nächster Zeit passieren“, mutmaßt Blogger Owen Thomas. Vielmehr dürfte das Social Network Nummer eins Probleme mit seiner Finanzierung bekommen.

„Ein 400 Million schweres Schiff“, so folgert Valleywag angesichts der angenommen jährlichen Kosten, „kann schnell sinken, wenn sich der Werbemarkt schrumpft“.  So weit ist es bislang noch nicht, doch die ausgelassene Partystimmung dürfte auch bei Facebook verflogen sein.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige