Yahoo-Chef feuert 1500 Angestellte per Mail

Nach Bekanntgabe der schlechten Yahoo-Quartalszahlen hat CEO Jerry Yang erste Konsequenzen gezogen und etwa 1500 Mitarbeitern gekündigt – via Email. „Wir wollen unsere Ausgaben um 400 Millionen Dollar senken und werden daher bis zum Jahresende weltweit zehn Prozent unserer Belegschaft abbauen“, erklärte Yang in einer Rundmail. Der Internetkonzern hatte die Markterwartungen erneut verfehlt. Auch der Ausblick auf den Jahresabschluss wurde gesenkt.

Anzeige

Beim Umsatz erzielte Yahoo 1,325 Mrd. Dollar – 50 Millionen weniger als von Analysten geschätzt. Der Nettogewinn sank im Vergleich zum Vorjahr von 151 Millionen Dollar auf 54 Millionen. Das entspricht einem Gewinnrückgang pro Aktie von elf auf vier Cent. Dennoch stieg das Papier nachbörslich von 12,07 Dollar auf 12,56 Dollar. Jerry Yang erklärt die neuerliche Schwäche mit dem schlechten Anzeigengeschäft bei der Internet-Suche; eine Folge der miserablen Marktsituation: „Die Vermarkter werden immer vorsichtiger, zumal das Werbegeschäft auch in Europa und Asien schwächer wird“, sagte Yang gegenüber Analysten.

„Yahoo stehen stürmische Zeiten bevor“, kommentierte Allen Weiner, Research Director der Gartner Group, die Bilanz. Ein Angebot wie die 33 Dollar pro Aktie von Microsoft könne man bei Yahoo nicht mehr so schnell erwarten, so Weiner weiter. Der Yahoo-Jahresausblick wurde folglich von 7,35 Milliarden Dollar auf 7,18 bis 7,38 Milliarden nach unten korrigiert.

Bereits vergangene Woche hatte der Softwareriese Microsoft erneut versichert, kein Interesse mehr an einer Übernahme Yahoos zu haben – obwohl der Internetkonzern jetzt nur noch rund ein Drittel des Microsoft-Gebots vom Sommer wert ist. Auch der geplante Werbe-Deal mit Google, der immerhin 800 Millionen Dollar in die Yahookassen spülen soll, steht auf der Kippe. Wegen der zunehmenden Proteste von Wettbewerbern prüfen sowohl die US-Regulierungsbehörde als auch die EU-Kommission die Kooperation: Ausgang ungewiss.

Jerry Yang schließt seine Entlassungs-Email folgendermaßen: „Wenn es mit der Weltwirtschaft wieder bergauf geht, glaube ich, dass wir stärker sein werden und von den jetzigen Maßnahmen profitieren werden.“

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige