Gratulation „Kicker“

Franken gelten als bodenständig, ordentlich, risikoscheu, aber auch als gerissen und geschäftstüchtig. Jeder Sportfreund, der einmal den gedruckten „Kicker“ in der Hand hielt weiß: dieses Heft bezeichnet sich zu Recht als Fach-Magazin, denn es hat den innovativen Charme eines Telefonbuches, aber auch dessen Informations-Dichte. Der „Kicker“ sieht schlimm aus und ist oft dröge Geschrieben. Doch […]

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Franken gelten als bodenständig, ordentlich, risikoscheu, aber auch als gerissen und geschäftstüchtig. Jeder Sportfreund, der einmal den gedruckten „Kicker“ in der Hand hielt weiß: dieses Heft bezeichnet sich zu Recht als Fach-Magazin, denn es hat den innovativen Charme eines Telefonbuches, aber auch dessen Informations-Dichte. Der „Kicker“ sieht schlimm aus und ist oft dröge Geschrieben. Doch der Inhalt ist top. Die Redakteure haben Ahnung, beste Verbindungen zum DFB, Spielern, Trainern und Managern. Dazu haben sei einen Ethos, der ihnen verbietet jedes absurde Transfergerücht aufzuschreiben.

Lange Rede, kurzer Sinn: Der Kicker gibt sich die größte Mühe, als Innovationsfeindlich zu gelten – zumindest meistens. Denn mit der Beteiligung an Spielerkabine.net könnte den Franken ein kleiner Coup gelungen sein. Das Start-up positionierte sich vor allem als Social Network für Amateur-Fußballer. Damit schlägt der Kicker zwei Fliegen mit einer Klappe. Die Nürnberger kaufen sich ordentlich Community-Know-how ins Verlaghaus und wagen einen Schritt in die Niederungen der Amateur-Bolzer – eine spannende Zielgruppe, die allerdings schwer zu erreichen ist.
Die Konkurrenz von Sport1.de hat mit Sportsfreunde.de ein eigenes kleines Social Network. Doch die Ausrichtung von der Müncher-Community geht mehr in Richtung Fun-Sport. Damit kommen sich zumindest in diesem Segment die beiden Rivalen nicht in die Quere.
Aber auch Spielerkabine gebiert Respekt. Im vergangen Jahr ging das Start-up als eine von vielen Sport-Communitys online. Schnell war klar, nur wenige setzten sich durch, dem Rest droht die Pleite. Auch wenn es vielleicht nicht der Traum der Macher war, mit ihre Seite an einen arrivierten Verlag zu binden, so gelang es ihnen doch einen starken, bodenständigen und geschäftstüchtigen Partner zu finden – in der heutigen Zeit ein durchaus beachtenswerter Erfolg.

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