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Tour de France: ARD und ZDF steigen aus

ARD und ZDF ziehen Konsequenzen aus den nicht enden wollenden Doping-Skandalen im professionellen Radsport und steigen aus der Live-Übertragung des wichtigsten Radrennens der Welt aus. „Der sportliche Wert der Tour de France hat sich aufgrund der gehäuften Dopingfälle erheblich reduziert“, erklärt der ARD-Chef Fritz Raff. Wegen des bis 2011 laufenden Vertrages könnte der Ausstieg die Sender sieben Millionen Euro kosten.

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Eine breitflächige Übertragung in den öffentlich-rechtlichen Programmen sei auf absehbare Zeit nicht mehr zu tragen, so die einhellige Meinung der Intendanten. Mit dem sportlichen Verlust „ist auch der programmatische Wert stark gesunken“, so Raff. Der Deutsche Journalisten-Verband begrüßt den Ausstieg der ARD ausdrücklich: „Dieser Schritt war nach den Dopingvorwürfen der letzten Tage unvermeidlich“, sagte der Bundesvorsitzende Michael Konken. Die Zuschauer wollten keine Sportveranstaltung mehr verfolgen, bei der Blutproben und nicht sportliche Leistungen im Vordergrund stünden, heißt es in der Stellungnahme. „Die Entscheidung der ARD ist daher nur konsequent.“

Damit zieht die ARD einen Schlussstrich unter die seit Monaten anhaltende Doping-Debatte, die vor allem durch die Comeback-Ankündigung des siebenmaligen Tour-Siegers Lance Armstrong angefacht worden war. Gegenüber MEEDIA bestätigte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender, dass sich sein Sender dem Vorgehen der ARD anschließen werde und auf die Europäische Sender-Gemeinschaft EBU zugehen werde: „Das ZDF wird die Tour de France nicht ohne die ARD übertragen und über die Konsequenzen mit ARD und EBU Gespräche führen.“ Damit korrigierte sich das ZDF selbst, nachdem zuvor ein Ausstieg zunächst kein Thema war.

Bei den angekündigten Gesprächen mit der European Broadcasting Union geht es vor allem um die Frage, ob die deutschen Sender für die Rückgabe der Lizenz schadenersatzpflichtig sind. Die EBU, der auch ARD und ZDF angehören, hatte den Vertrag mit den Tour-Veranstaltern erst im Sommer bis Juli 2011 verlängert. Die dadurch fälligen Lizenzgebühren in Höhe von sieben Millionen Euro wollen die Sender durch Verhandlungen mit der EBU retten.

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