Monsterquote für den „Da Vinci Code“

Daran konnten auch Marcel Reich-Ranicki und die Verleihung des Deutschen Fernsehpreises nichts ändern: ProSiebens Free-TV-Premiere des Blockbusters "The Da Vinci Code - Sakrileg" war der große Quotensieger am Sonntag. 7,49 Mio. sahen insgesamt zu, darunter 5,46 Mio. 14- bis 49-Jährige: Platz 1 in beiden Zuschauergruppen. Der Fernsehpreis holte sich mit 4,37 Mio. bzw. 0,91 Mio. Sehern auch keine besonders hohe Zahl, im jungen Publikum sogar die schlechteste aller Zeiten.

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Ein Blick auf die Minutenwerte der Verleihung zeigt zudem, dass die Passage, in der Reich-Ranicki seinen großen Auftritt hatte, keinen wirklichen Zuschauerzuwachs brachte. Einen solchen Zuwachs bekam sie lediglich, als der „Tatort“ im Ersten zu Ende ging und viele Leute vom Ersten ins ZDF schalteten. Sie blieben aber auch nach Reich-Ranickis Rede weiter dran. Bei den 14- bis 49-Jährigen lief es für den Fernsehpreis wie erwähnt sogar besonders übel: Die erreichten 910.000 Seher sind die geringste Zuschauerzahl in dieser Zielgruppe, die die Verleihung je hatte. Dabei half natürlich auch der große Sieger „The Da Vinci Code“ mit: Mit 5,46 Mio. Werberelevanten war der ProSieben-Film auch die in der Zielgruppe meistgesehene Fernsehsendung seit der Fußball-EM im Sommer. Auch „Galileo Mystery“ profitierte: Mit 2,48 Mio. 14- bis 49-Jährigen belegt die Sendung Rang 2 der Sonntags-Wertung, noch vor der gesamten 20.15-Uhr-Konkurrenz. Die wird angeführt vom RTL-Klamauk „7 Zwerge – Männer allein im Wald“, den 2,32 Mio. 14- bis 49-Jährige einschalteten, „Navy CIS“ von Sat.1 folgt mit 2,03 Mio., der „Tatort“ im Ersten landete bei sehr unterdurchschnittlichen 1,66 Mio. Der meistbeachtete Neustart des Tages, RTLs überflüssiger Vorabend-Trash „Effenbergs Heimspiel“, enttäuschte zum Auftakt: Mit nur 1,50 Mio. Werberelevanten blieb er bei einem unbefriedigenden Zielgruppen-Marktanteil von 14,4% hängen. Die Doku-Soap verlor damit auf ihrem Sendeplatz sowohl gegen ProSiebens „Galileo“ als auch gegen „Nur die Liebe zählt“ von Sat.1.

Die Sonntags-Quoten in der Detail-Analyse:

RTL (12-Monats-Durchschnitt: 15,6% / Sonntag: 14,2%): Das Formel-1-Rennen in Japan ging am Sonntag etwas unter. Aufgrund der Zeitverschiebung sahen am frühen Morgen nur 760.000 Werberelevante zu, auch die Wiederholung um 10.45 Uhr schalteten nur 700.000 ein. Die Wiederholung des Klitschko-Boxkampfes vom Samstagabend lief dazwischen interessanterweise besser: 880.000 Werberelevante waren dabei. Abgesehen von diesen Sport-Events erging es RTL am Sonntag lediglich zwischen 16.45 Uhr und 19.05 Uhr recht gut – mit „Rach – Der Restauranttester“, „Exclusiv – Weekend“ und „RTL aktuell“. „Effenbergs Heimspiel“ enttäuschte wie berichtet, „7 Zwerge“ lief mittelmäßig und anschließend ging es für „Spiegel TV“ und „CSI“ erneut unter die 10%-Hürde.

ProSieben (12M: 11,7% / So: 21,0%): ProSieben war mit sehr starken 21,0% sogar Marktführer am Sonntag. Verantwortlich war dafür natürlich vor allem der „Da Vinci Code“ mit seinen sensationellen 39,1%, aber auch „Galileo Mystery“ lief nach 23 Uhr mit 37,5% herausragend. Nach Mitternacht gab es noch 19,4% für „Das letzte Gefecht“ und in der Mittagszeit überzeugte „High School Musical“ mit 17,1%. Einziger Flop des ProSieben-Sonntags: „4400 – Die Rückkehrer“ mit 7,9%.

Sat.1 (12M: 10,7% / So: 9,8%): Bei Sat.1 lief am Sonntag nicht allzu viel zusammen. Von 14.25 Uhr bis 19.05 Uhr schaffte ebenso kein einziges Format den Sprung über die Sendernormalwerte wie von 21.15 Uhr bis 3 Uhr nachts. Lediglich „Nur die Liebe zählt“ und „Navy CIS“ gelang das mit 15,0% bzw. 13,4%. „Criminal Minds“ und „Secherpack“ versagten hingegen mit schwachen 10,3% und 9,7%, „Planetopia“ kam sogar nur auf 5,7%.

Vox (12M: 7,7% / So: 6,6%): Einer der Leidtragenden des großen Prime-Time-Kampfs mit Spielfilmen, „Tatort“ und Fernsehpreis war eindeutig Vox. „Das perfekte Promi Dinner“ blieb diesmal bei indiskutablen 4,8% hängen und riss den Senderdurchschnitt mit nach unten. Zuvor sah es bei Vox nämlich gar nicht so schlecht aus: „Goodbye Deutschland!“ und „Auf und davon“ sprangen am frühen Nachmittag ebenso über die 10% wie der Vorabend-Neustarter „Schneller als die Polizei erlaubt“.

Das Erste (12M: 7,6% / So: 5,7%): Im Ersten kletterten wieder die drei üblichen Sonntags-Verdächtigen über die 10%: die „Lindenstraße“ mit 12,4%, die 20-Uhr-„Tagesschau“ mit 14,0% und der „Tatort“ mit 10,8%. Insbesondere die Krimireihe lief dabei aber deutlich schlechter als zuletzt. Die Konkurrenz in der Sonntags-Prime-Time war diesmal also auch für den „Tatort“ zu groß. Direkt danach ging es deutlich nach unten: „Anne Will“ stürzte im jungen Publikum auf 4,3%. Noch wesentlich schlechter erging es dem Ersten in der gesamten Zeit von 12.05 Uhr bis 18 Uhr: Keine Sendung schaffte in diesen Stunden mehr als 3,5%.

ZDF (12M: 7,1% / So: 5,5%): Trotz des Reich-Ranicki-Skandals machten die 14- bis 49-Jährigen einen Bogen um den Deutschen Fernsehpreis. Das zeigt auch der Marktanteil, der mit 6,3% allenfalls im unteren Mittelmaß landete. Interessant: Davor und danach erkämpfte sich das ZDF weitaus bessere Zahlen. So erzielte „Terra X“ um 19.30 Uhr gute 9,0% und „Kommissarin Lund“ um 23.15 Uhr ähnlich starke 8,9%. Für den schwächsten Marktanteil des Tages war wieder einmal eine Radsport-Übertragung verantwortlich: Für Paris-Tours gab es im jungen Publikum nur 2,0%. Radsport im Fernsehen ist tot.

RTL II (12M: 6,2% / So: 5,9%): Zufrieden kann auch RTL II nicht sein. Die beiden einzigen zweistelligen Marktanteile des Tages gab es um 14 Uhr für „Die Kochprofis“ (10,5%) und um 1.45 Uhr nachts für „Ungeklärte Morde – Dem Täter auf der Spur“ (10,2%). Auf den wichtigeren Programmplätzen herrschte stattdessen vornehmlich Quoten-Tristesse. So schaffte „Welt der Wunder“ am Vorabend nur mittelmäßige 6,0% und in der Prime Time gab es für „Passagier 57“ und „Law & Order: New York“ nur schwache 4,8% und 5,4%.

kabel eins (12M: 5,4% / So: 5,1%): Ähnlich das Bild bei kabel eins: Am Nachmittag lief es mit „Mermaids – Landgang mit Folgen“ (7,7%) noch gut, am Vorabend erzielte „Hook“ zudem 6,9%, doch um 20.15 Uhr war Schluss mit lustigen Quoten: „Mein neues Leben – XXL“ versagte mit 4,2%, die „K1 Reportage“ kam im Anschluss auch nur auf 4,1%.

Die kleineren Sender: Wenig überraschend, dass die kleinen Sender in der Prime Time diesmal keine Chance auf überdurchschnittliche Zahlen hatten, die Konkurrenz der Großen war einfach zu stark. Die höchsten Marktanteile der Kleinen stammen daher allesamt aus der Daytime. So sprang das DSF mit dem „Doppelpass“ um 11 Uhr morgens gleich mal auf 6,6%. Der KI.KA übertraf diesen Wert um 12 Uhr mit seinem Märchenfilm „Das Feuerzeug“ noch: Sensationelle 9,7% fuhr man bei den 14- bis 49-Jährigen ein. Ebenfalls stark im KI.KA: „Tom & Jerry auf wilder Jagd“ mit 5,1% um 17.40 Uhr. Zudem berichtenswert: die 3,1% für „Tiere suchen ein Zuhause“ im WDR Fernsehen und die 2,8% für „Zurück in die Zukunft“ im Vierten.

Das Gesamtpublikum: Mit so vielen jungen Zuschauern gab es für ProSiebens „Da Vinci Code“ auch im Gesamtpublikum den Tagessieg. 7,49 Mio. kamen insgesamt zusammen, darunter immerhin auch 1,89 Mio. Über-50-Jährige. Für ProSieben eine stolze Zahl. Silber und Bronze gehen an Das Erste: Die 20-Uhr-„Tagesschau“ und der „Tatort“ setzten sich mit 7,09 Mio. und 6,87 Mio. Sehern noch klar vor die Fernsehpreis-Verleihung, die wie erwähnt bei 4,37 Mio. stecken blieb. Zuschauerstärkste Programme bei RTL und Sat.1: „RTL aktuell“ auf Rang 5 und „Nur die Liebe zählt“ auf Platz 12.

Sie vermissen die Quoten vom Freitag und Samstag? Die finden Sie bereits seit dem Wochenende an dieser und dieser Stelle.

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