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Was Verlagsmanager von Christian Rach lernen können

Christian Rach ist der Kracher der TV-Saison. Der RTL-Restaurant-Tester brachte bei der diese Woche abgesendeten Staffel das Kunststück fertig, den Quotenhit „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ zu toppen. Regelmäßig mehr als drei Millionen Zuschauer in der Zielgruppe: Das ist für einen, der die heruntergekommene Food-Klitschen in der Provinz auf Vordermann bringen muss, ein phantastischer Wert.Was hat […]

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Christian Rach ist der Kracher der TV-Saison. Der RTL-Restaurant-Tester brachte bei der diese Woche abgesendeten Staffel das Kunststück fertig, den Quotenhit „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ zu toppen. Regelmäßig mehr als drei Millionen Zuschauer in der Zielgruppe: Das ist für einen, der die heruntergekommene Food-Klitschen in der Provinz auf Vordermann bringen muss, ein phantastischer Wert.
Was hat das mit Verlagen zu tun? Auf den ersten Blick nichts. Aber: Genau genommen ist Christian Rach Unternehmensberater. Einer, der genau hinguckt, analysiert und dann einen Rettungsplan vorlegt. So ähnlich verfahren derzeit viele Verlage. Deren Problem: Sie haben keinen Christian Rach. Sondern meist Sanierer, die nach Schema F verfahren und jedem Kunden das immergleiche Konzept aufzwingen.
Insider wissen, dass das Ergebnis der teuren Bestandsaufnahme von vornherein feststeht. Das klingt dann ungefähr so: Die Vernetzung der Abteilungen ist unzureichend, Unternehmensteile sollten ausgegliedert werden, zu viele Mitarbeiter erbringen zu wenig Leistung. Und natürlich fehlt es an präzisen Vorgaben und Strukturen.
Das ganze Vorgehen basiert auf dem Projektmanagement. Ein harmloser Begriff, der aber schleichend zur Ideologie ratloser Manager geworden ist. In deren Vokabular spielt es keine Rolle, um welche Branche oder welches Produkt es sich handelt. Zeitungshaus oder Schraubenfabrik: Wo ist da schon der Unterschied? Wer nur ein wenig von journalistischen Marken versteht, weiß, dass diese Auffassung ein kapitaler Irrtum ist. Deshalb sind Ergebnisse sind fast immer frustrierend.
Bei Christian Rach gibt es keine Ideologie, sondern nur den Grundsatz, dass man den Leuten nichts auftischen sollte, was den eigenen Qualitätsanforderungen nicht entspricht. Rach versucht nicht, einer Eckkneipe eine System-Gastronomie aufzuzwingen. Er erspürt den speziellen Charakter seiner Klientel, fahndet nach dem Authentischen in deren Angebot oder Konzept. Daraus entwickelt Rach seinen individuellen Rettungsplan. Motiviert die Crew vom Chef bis zum Tellerwäscher, verteilt klare Aufgaben, macht realistische Vorgaben. Und packt selbst mit an, um den Turnaround zu schaffen. Welcher Berater aus einer großen Consulting-Firma würde so vorgehen? Wenn man diese Leute Rachs Job machen ließe, würde wohl jedes Restaurant zur Fast-Food-Station oder zum Coffee Shop. Das kann nicht gutgehen. Aber diese Erfahrung machen viele Medienmanager, auch wenn sie die Ursache gern im „schwierigen Marktumfeld“ suchen.

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