LinkedIn: „Alle 2 Sekunden ein Mitglied“

Der deutsche Markt für Business-Netzwerke scheint geordnet: Xing ist die Nummer eins. Dahinter kommt nichts. Das soll sich ändern: Der Weltmarktführer LinkedIn will bis Jahresende eine deutschen Version online bringen. Im MEEDIA-Gespräch erklärt Europchef Kevin Eyres, warum der Deutschland-Start so lange dauerte. Darüber hinaus verrät er zum ersten Mal, dass bereits heute 40.000 Siemens-Mitarbeiter das Netzwerk nutzen, und in Richtung Xing stichelt er: „Bei uns geht es nicht um Freunde oder Dating.“

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Wann kommt LinkedIn endlich nach Deutschland?

Uns gibt es bereits in Deutschland. Viele große deutsche Unternehmen wie Siemens, BMW oder BASF sind schon lange bei uns aktiv. Beispielsweise haben wir alleine über 40.000 Siemens-Mitglieder.
 
Gut, ich frage präziser: Wann bringt LinkedIn sein Angebot in deutscher Sprache?

Es dauert noch, aber wir werden noch dieses Jahr starten. Es ist uns allerdings wichtig, dass das neue Angebot mehr als einfach eine übersetzte Webseite wird.
 
Warum dauert es so lange, bis Sie sich den deutschen Markt vornehmen?

Es ging uns bislang nicht so sehr um einzelne Länderversionen, sondern mehr um unsere technischen Innovationen. Dazu gehören kleine Änderungen in der Profilverwaltung, wie auch tiefere Eingriffe in die Plattform-Architektur. Wir wollen uns sicher sein, dass alle Features perfekt laufen, bevor wir den Ausbau der Länderversionen in Angriff nehmen. Abgesehen davon: Auch wenn wir bislang nur in Englisch verfügbar sind, haben wir alleine in Europa über 6,5 Millionen Mitglieder. Wir wachsen im Moment in einer Geschwindigkeit von einem neuen Mitglied alle zwei Sekunden.
 
Gibt es LinkedIn im Moment ausschließlich in Englisch?


Nein. Es gibt bereits eine spanische Version. Die haben wir vor vier Wochen gelauncht. Das war sozusagen der erste Härtetest für unsere internationale Engine.
 
Was sind die größten Unterschiede zwischen Xing und LinkedIn?

Wir sind global. Wir sind das einzig wahre globale Network. Wir haben über 26 Millionen Mitglieder. Entscheider aller „Fortune 500“-Unternehmen sind bei uns Mitglied. Sogar Bill Gates ist bei uns. Das ist der große Unterschied. Wir sind auf Professionals sowie den Wissens- und Informationsaustausch fokussiert. Passend dazu bieten wir Features wie zum Beispiel „LinkedIn Answers“.
 
Ist Networking wirklich global? Oder ist es in Wirklichkeit nicht eher lokal und brauchen Sie deshalb nicht schnellstmöglich verschiedene Länderangebote?

Ich würde dem nicht widersprechen, dass wir verschiedene Länderangebote brauchen. Die kommen ja auch. Man darf aber auch nicht vergessen, dass die heutige Ökonomie global ist. Deshalb ist es auch so wichtig, ein wirklich globales Netzwerk anzubieten.
 
Warum sollte ich also von Xing zu LinkedIn wechseln? Nur weil LinkedIn global funktioniert?

Es gibt viele Gründe. „LinkedIn Answers“ ist ein gutes Beispiel. Dort werden jeden Tag über 600 Fragen gestellt, die täglich über 3000 Antworten erhalten. Dazu haben wir eine sehr hohe Mitglieder-Qualität. Ein weiterer Grund ist tatsächlich, dass wir global agieren. Der wichtigste Punkt ist jedoch: Bei uns geht es nicht um Freunde oder Dating.

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