Was das Bankenbeben für das deutschen Mediengeschäft bedeutet

Von einem „moment of historic drama“ spricht die „New York Times“, „Jitter go global“ schreibt das „Wall Street Journal“. Die taumelnden Finanzmärkte sorgen für Untergangsstimmung, auch in Europa. Was aber in keiner Zeitung steht: die Medien sind vom Crash massiv selbst betroffen. Und die Auswirkungen beschränken sich nicht nur auf die USA, sie gehen rund […]

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Von einem „moment of historic drama“ spricht die „New York Times“, „Jitter go global“ schreibt das „Wall Street Journal“. Die taumelnden Finanzmärkte sorgen für Untergangsstimmung, auch in Europa.

Was aber in keiner Zeitung steht: die Medien sind vom Crash massiv selbst betroffen. Und die Auswirkungen beschränken sich nicht nur auf die USA, sie gehen rund um den Globus. Für das deutsche Mediengeschäft heißt das: die ohnehin trüben Aussichten sind in den letzten Tagen noch ein Stück schlechter geworden.

Egal, ob der Banken-Rettungsplan im US-Kongreß doch noch eine Zustimmung findet oder ob noch die eine oder andere deutsche Bank mit in den Strudel gerissen wird, der Schadensfall ist eingetreten. Zu den strukturellen Problemen der Branche mit der Digitalisierung kommt jetzt noch eine handfeste Wirtschaftskrise hinzu. Fasten your seatbelts!

Konkret für die Medienbranche heißt das:

  • auf absehbare Zeit wird weniger geworben als die Medien-Unternehmen das eingeplant haben. Es trifft alle Branchen, die von Werbung leben: auch die Internet-Firmen. Schon jetzt sehen die Auftragsbücher für das zweite Halbjahr schlecht aus. 2009 dürfte es aber erst richtig schmerzhaft werden.
  • Im einst so preislistentreuen Deutschland werden wir Rabattschlachten um die Werbegelder erleben wie wir sie bisher nur aus dem Ausland kennen.
  • Sparen werden aber nicht nur die Werbungstreibenden, sondern auch die Konsumenten. Auch und gerade an Medienprodukten. Die Umsätze der Medien-Companies werden also in beiden Märkten – Werbung wie Vertrieb –  auf breiter Front zurückgehen
  • Die Konsequenz heißt Kostenmanagement. Die Zeit der „Bean Counter“ ist gekommen. Alle werden den Gürtel enger schnallen müssen, sofern das nach den Sparmaßnahmen der letzten Jahre überhaupt noch geht. Größere Investitionen werden aufgeschoben.
  • Es wird zwangsläufig zu einer Pleiten- und Entlassungswelle kommen. Und es wird alle Sektoren treffen: Verlage, TV-Anbieter, Radio, Internet-Firmen. Werbeagenturen.
  • der Siegeszug des Internets wird sich verlangsamen. The bubble is back, 80% der Startups, so hört man jetzt schon in den USA, werden das nächste Jahr nicht überleben. Trotzdem: im Vergleich zu den anderen Medien bleibt das Web natürlich die Branche mit der größten Zukunft.

Das ist alles ziemlich ernüchternde Aussichten. Aber es bleibt der Trost: Keine Krise ist von Dauer. Es wird auch wieder bergauf gehen – aber erst einmal kommen ein oder zwei verdammt harte Jahre auf uns alle zu.

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