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„Laviva“ – die Belanglose

Jetzt ist sie also da, die „Laviva“. Der Beitrag der Handelskette Rewe zum übersättigten und mit viel Überflüssigen vollgestopften Segment der Frauenzeitschriften. Unscheinbar steht der „Laviva“-Aufsteller vor der Kasse. In gebührendem Abstand zum Burda-Heft „Meine Familie & ich“, das seit jeher direkt an den Kassen verkauft wird. Nein, natürlich soll „Laviva“ kein Angriff auf „Meine […]

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Jetzt ist sie also da, die „Laviva“. Der Beitrag der Handelskette Rewe zum übersättigten und mit viel Überflüssigen vollgestopften Segment der Frauenzeitschriften. Unscheinbar steht der „Laviva“-Aufsteller vor der Kasse. In gebührendem Abstand zum Burda-Heft „Meine Familie & ich“, das seit jeher direkt an den Kassen verkauft wird. Nein, natürlich soll „Laviva“ kein Angriff auf „Meine Familie & ich“, sein erklärt die Rewe-Pressestelle, die Hefte seien ja sowieso total unterschiedlich. „MFI“ ein reines Rezepte-Magazin und „Laviva“ eine vollwertige Frauenzeitschrift mit Coupons. Rezepte gibt es bei „Laviva“ aber natürlich auch reichlich und 80 Cent sind schon deutlich günstiger als die 2,70 Euro, die man für „MFI“ berappen muss. Burdas Traditionsheft (steht 1966!) steht trotz allem noch ganz gut da. Die verkaufte Auflage lag im 2. Quartal 2008 bei 336.667 Exemplaren. Bei dem Copy-Preis würde sich mancher Verlag nach sowas die Finger schlecken. Aber jetzt drückt Rewe „Laviva“ mit einer Druckauflage von 700.000 in den Markt. Verkauft wird das Ding in Rewe- Märkten, bei Penny, in toom-Märkten und toom Bamärkten, in ProMärkten und an Flughäfen und Bahnhöfen sowie in Reisebüro, die zum Rewe-Konzern gehören, u.a. DER-Reisebüros.

Und da geht es schon mal los. Was soll denn eine Frauenzeitschrift in einem Baumarkt oder einen Reisebüro? Und ob ein 80-Cent-Heft im Umfeld eines Flughafens so der Renner wird, kann man auch bezweifeln. Rewe nutzt eben an Vertriebsmöglichkeiten was da ist und schaut mal wie es läuft. Rewe-Sprecher Andreas Kräm,er sagte zu mir: „Das Frauenmagazin muss – nach einer entsprechenden Anlaufphase – einen Beitrag zur wirtschaftlichen Weiterentwicklung der Rewe Group leisten. Laviva liegt ein seriöses kaufmännisches Gesamtkonzept zugrunde.“ Will heißen, das Ding ist nicht nur ein Marketing-Gag, sondern soll auch selbst Geld verdienen. Schwierig, schwierig.

Die Produktion besorgt die Medienfabrik Gütersloh (Bertelsmann, natürlich) in routiniert langweiliger Manier. „Laviva“ ist weder besonders hässlich, noch besonders interessant. Aber was will man auch erwarten, wenn eine Medienfabrik ein Frauenheft für einen Handelskonzern produziert? Ich glaube nicht, dass „Laviva“ lange leben wird.

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