Doku-Riese Discovery greift an

Seit Donnerstag wird Discovery Communications Inc. an der US-amerikanischen Nasdaq-Börse notiert und verstärkt damit seine globale Position. Zu dem TV-Konzern gehört unter anderem der höchst erfolgreiche Discovery Channel. Er setzt darauf, auf dem Medienmarkt weitere Akquisitionen tätigen zu können und den Absatz seiner Produkte außerhalb der USA zu forcieren. Schon heute sind Discovery-Produktionen in 173 Ländern zu sehen.

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„Wir haben jetzt die Möglichkeit, vorteilhafte Akquisitionen zu tätigen“, sagte Discovery-Chef David Zaslav über den Deal. Zuvor hatte der Liberty Media-Chef John Malone eine Einigung zwischen seiner Discovery Holding und Advance/Newhouse Communications erreicht. Die Discovery Holding besaß bisher zwei Drittel von Discovery Communications, Advance/Newhouse ein Drittel. Die Kombination dieser Anteile war Voraussetzung für den Börsengang. Bewährt sich die Aktie, wäre sie eine „starke Akquisitionswährung“, zitiert die „FTD“ Zaslav.

Um welche Neuerwerbungen es Discovery konkret geht, erklärte Zaslav nicht. Von Online-Inhalten bis zu Kabel-Kanälen oder Programm-Datenbanken reiche das Interesse. Gegenüber Bloomberg.com bestätigte er lediglich, dass Discovery in der Vergangenheit Websites wie HowStuffWorks.com und TreeHugger.com gekauft hat – Anlagen also, die zum Kerngeschäft Non-Fiction passen.

Darüber hinaus will der weltweit größte Anbieter von Doku-Formaten den internationalen Absatz weiter forcieren. Discovery ist derzeit in 173 Ländern präsent, überwiegend mit den Kanälen Discovery Channel und Animal Planet. Vom ersten Halbjahr 2007 bis zum ersten Halbjahr 2008 konnte der Konzern seine operative Marge außerhalb des US-Markts von 18 auf 27 Prozent steigern. Hier kommt das Plus vor allem aus gesteigerten Werbeeinnahmen und angehobenen Abonnementspreisen.

Doch nicht in allen Geschäftsbereichen ist der Programmanbieter so erfolgreich. In Deutschland füllt Discovery vier Premiere-Kanäle mit seinem Content. Allerdings „der Markt für Bezahlfernsehen ist in Deutschland noch sehr klein“, räumt Zaslav ein. Deshalb testet Discovery mit DMax den weltweit einzigen Free-TV-Sender des Unternehmens – der freilich als einziger defizitär arbeitet.

Auch die Zusammenarbeit mit Premiere läuft nicht problemlos. Insbesondere die Vernachlässigung von hochwertigen Dokumentationen zugunsten von Fußball und Spielfilmen ist für Discovery nicht akzeptabel. Greg Ricca, Chef von Discovery International, klagt in diesem Zusammenhang: „Der Markt ist minimal.“

Trotzdem hat Discovery Networks Deutschland einen Grund, stolz zu sein: Das Unternehmen produziert mit „Street Customs Berlin“ erstmals eine Serie für den internationalen Markt. Der Sechsteiler beschreibt den Aufbau einer Werkstatt für Auto-Tuning und soll in mehr als 30 Ländern ausgestrahlt werden.

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