Time Warner: Erfolg durch Umstrukturierung

Time Warner ist eines der größten Medienunternehmen der Welt. Doch das Konglomerat aus Print-Titeln („Time“) und Film- und TV-Aktivitäten galt lange Zeit als Monstrum. Intern unregierbar. Und zu behäbig auf dem Markt. Das stimmt inzwischen nicht mehr. CEO Jeffrey Bewkes, seit Januar im Amt, hat – so berichtet anerkennend die kritische „Financial Times“ – aus dem Gemischtwarenladen einen erfolgreichen Konzern geschmiedet. Der Wert des Kerngeschäfts stieg im Laufe dieses Jahres um vier Prozent.

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In den acht Monaten seiner Tätigkeit schaffte es Bewkes, alle Rivalen mit Ausnahme von Disney zu übertrumpfen. Während zum Beispiel die Aktien von Medienriesen wie News Corp., Viacom und CBS 30 Prozent ihres Wertes in diesem Jahr verloren haben (vor allem aus Sorge um einen Rückgang der Werbeeinnahmen), betrug der Verlust bei Time Warner (TW) „nur“ 11,8 Prozent.

Bewkes sieht darin eine Bestätigung seiner Strategie, viele der Aktivitäten, die nicht zum von ihm definierten Kerngeschäft des Konzerns gehören, wieder abzustoßen. So soll allein der bis Ende des Jahres wohl abgewickelte Verkauf von Time Warner Cable mehr als neun Milliarden Dollar in die Kasse bringen. Auch die Aktivitäten rings um die nach wie vor starke Internet-Marke AOL sind reduziert worden, der Zusatz „AOL“ wurde aus dem Konzern-Namen wieder getilgt. Und die Spekulationen, Bewkes könnte sogar die klassischen, von der Online-Revolution bedrängten Print-Titel verkaufen, wollen nicht verstummen.

Immerhin: Schon durch die bisherige Bereinigung des Portfolios erhöhte sich der Wert der Content-Company („content Co“) – so nennen Time Warner-Insider die TW-Divisionen Kabel, Filmstudios, Printgeschäft und AOL – bis zum 2. September um vier Prozent, nach einer Berechnung der Analysten von Bernstein Research. Nicht zuletzt trug zu diesem Anstieg auch der außergewöhnliche Erfolg eines außergewöhnlichen Films bei: Die Batman-Version „The Dark Knight“ brachte als als zweiterfolgreichster Film aller Zeiten nach „Titanic“ auf fast eine Milliarde Dollar Einnahmen. Selbst im konventionellen Fernsehen macht Time Warner Punkte. Das Superwahljahr beschert den Time Warner-Sendern CNN und TNT gute Quoten.

Mr. Bewkes, wie haben Sie diesen Turn-around geschafft?

Die Antwort überrascht nicht wirklich: „Ich bemühe mich permanent, auf der Basis strategischer Verabredungen den Informationsfluß zwischen den einzelnen Konzern-Teilen wie Turner, HBO, Warner und AOL zu verbessern.“

Die bessere Performance von Time Warner ist den Anteilseignern nicht verborgen geblieben. So meint Paul Greene, Medienanalyst beim Equity Fond T. Rowe Price, einem der größten Aktionäre des Konzerns, Bewkes und John Martin, der TW-Finanzchef, hätten „es gepackt“. Schließlich wüssten sie, „was zu tun ist und sie setzen alles daran, damit die Dinge vorangehen“.

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