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Der „Playboy“ im 10-Jahres-Check

Quo vadis, "Playboy"? Der Klassiker unter den Männermagazinen leidet seit geraumer Zeit unter einer schrumpfenden Auflage. Am Kiosk verkauft das Magazin teilweise weniger als 100.000 Exemplare und hat sich damit weit von einstigen Verkaufserfolgen mit Katarina Witt & Co. entfernt. Nur mit sonstigen Verkäufen kann noch gegengesteuert werden. MEEDIA hat sich die Auflagenentwicklung der vergangenen zehn Jahre angeschaut und zeigt die erfolgreichsten Titelbilder seit 1998.

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Wie geht’s eigentlich dem „Playboy“? Schließlich wird überall darüber philosophiert, dass Printprodukte, die sich auf das Veröffentlichen von Fotos nackter Frauen spezialisiert haben, so sehr unter dem Internet leiden. Geht’s dem „Playboy“ ähnlich? Oder kann er sich erfolgreich gegen die Netz-Nackten behaupten? Zur Beantwortung dieser Frage habe ich mir mit unserem wunderbaren Meedia-Analyzer-Tool zunächst einmal die IVW-Auflage der vergangenen zehn Jahre angeschaut. So sieht sie (im Vergleich zu den beiden anderen großen Männermagazinen „FHM“ und „Maxim“) aus:

Betrachtet man diesen Gesamtverkauf, so ist die „Playboy“-Kurve anscheinend seit Jahren sehr stabil, während „FHM“ und „Maxim“ zum Teil rasant nach unten schnellen. Also alles gut beim „Playboy“? Mitnichten! So sehen die Kurven nämlich aus, wenn man die beliebten sonstigen Verkäufe, Bordexemplare, etc. aussortiert, die gern zum Stützten der Auflage verwendet werden:

Auf einmal sieht’s also nicht mehr so rosig aus. Im Einzelverkauf (also Kiosk, Supermarkt & Co.) schoss die Auflage von 215.467 im zweiten Quartal 1998 auf 103.331 Stück im zweiten Auartal 2008. Zwar stieg die Zahl der Abonnenten im gleichen Zeitraum um fast 15.000 Stück, doch das gleicht die herben Auflagenverluste bei Weitem nicht aus. Zum Vergleich: Seinen Höhepunkt erlebte der „Playboy“ im ersten Quartal 1984 mit sage und schreibe 491.763 im Einzelverkauf abgesetzten Exemplaren.

Auch in den Verkaufs-Charts wird deutlich, dass es der „Playboy“ in jüngerer Zeit überaus schwer hat. In der Top Ten der vergangenen zehn Jahre finden sich aus der Burda-Ära – der Verlag hatte das Magazin Anfang 2003 vom Heinrich Bauer Verlag übernommen – nur zwei Hefte. Auf den ersten fünf Plätzen finden sich hingegen nur Ausgaben aus den Jahren 1998 bis 2001. Damit der Eintrag nicht zu dröge wird, zeigen wir Ihnen natürlich auch die Playboy-Bestseller-Liste aller Hefte seit 1998:

   
Platz 1: Ausgabe 12/1998
388.558 verkaufte Hefte
Platz 2: Ausgabe 01/1999
346.795 verkaufte Hefte
Platz 3: Ausgabe 04/1999
346.588 verkaufte Hefte
Platz 4: Ausgabe 12/2001
335.778 verkaufte Hefte
Platz 5: Ausgabe 01/2000
294.084 verkaufte Hefte
Platz 6: Ausgabe 01/2005
290.581 verkaufte Hefte
Platz 7: Ausgabe 01/2002
289.421 verkaufte Hefte
Platz 8: Ausgabe 06/1998
267.506 verkaufte Hefte
Platz 9: Ausgabe 02/1999
265.123 verkaufte Hefte
Platz 10: Ausgabe 02/2003
263.426 verkaufte Hefte

Neben einer Reihe von Januar-Ausgaben, die mit traditionellem Playmate-Kalender verkauft werden, finden sich also Grazien wie Tanja Szewczenko, die längst vergessenen Dancepop-Sängerinnen von Mr. President, Pamela Anderson und Cosma Shiva Hagen in der Liste. Erfolgreichstes „Playboy“-Model der vergangenen zehn Jahre war aber eindeutig Katarina Witt, die es auf die Plätze 1 und 4 geschafft hat.

In der Blei-im-Regal-Liste der zehn Titel, die sich seit 1998 am schlechtesten verkauft haben, finden sich übrigens vier aus dem Jahr 2008, fünf aus dem Jahr 2007 und eins aus 2006. Drei Ausgaben haben sogar weniger als 100.000 Kiosk-Käufer gefunden: die Juni-2008-Ausgabe mit einer Vox-Moderatorin namens Mary Amiri (87.199 Verkaufte), die Februar-Ausgabe 2008 mit Julia Biedermann (89.049) und das September-2007-Heft mit drei weitgehend unbekannten Wassersportlerinnen (97.546). Auch diese Bündelung neuerer Ausgaben am Ende der Tabelle ist ein klares Zeichen für die schweren Zeiten, die der „Playboy“ derzeit durchlebt. Offenbar hat die Flut von Nackten, die im Netz an jeder Ecke zu bekommen sind, auch dem Print-Klassiker ordentlich zugesetzt. Vielleicht sollte man aber einfach auch mal wieder bei Katarina Witt anklopfen.

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