Geschichte des Unternehmens: Von der Studenten-Community zum Social Network Nummer eins

Es ist die bislang wohl größte Erfolgsgeschichte der Web 2.0-Ära. Gerade einmal viereinhalb Jahre nach dem Start als Studenten-Community ist Facebook zum größten sozialen Netzwerk unserer Zeit aufgestiegen, das rund um den Globus genutzt wird. Dabei wollte Harvard-Student Mark Zuckerberg zunächst nur bekannte Gesichter auf dem Campus bewerten...

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Es ist die bislang wohl größte Erfolgsgeschichte der Web 2.0-Ära. Gerade einmal viereinhalb Jahre nach dem Start als Studenten-Community ist Facebook zum größten sozialen Netzwerk unserer Zeit aufgestiegen, das rund um den Globus genutzt wird. Dabei wollte Harvard-Student Mark Zuckerberg zunächst nur bekannte Gesichter auf dem Campus bewerten…
„Die Menschen haben echte Beziehungen in der Welt da draußen“
Doch noch war Facebook einfach ein Netzwerk, bei dem Freunde ihre Kontakte sammeln und verwalten konnten. Das eigentliche Potenzial, das im Medium und in der Community steckte, hatte Facebook noch nicht ausgespielt. Dieses Potenzial umschrieb Zuckerberg vor zwei Jahren, als der größte und kritischste Umbauprozess in der Geschichte des noch jungen Startups bevorstand, wie folgt: „Unsere eigentliche Unternehmensphilosophie ist, dass die Menschen echte Beziehungen in der Welt da draußen haben“, diktierte der heute 24-Jährige dem Time Magazine in einem Exklusiv-Interview. Facebook war demnach ein „soziales Diagramm“ unserer Welt.

Doch die Welt verändert sich schnell. Es ist die Welt des Web 2.0 – und Facebook war der Spieler, der eine Schlüsselqualität mitbrachte, an der es so vielen sozialen Netzwerken mangelte. Gerade weil es aus dem elitären Harvard hervorgegangen war, hatte sich neben dem uramerikanischen Wettbewerbsgedanken auch eine Kultur der Glaubwürdigkeit etabliert. Vielleicht kamen die Facebook-Mitglieder manchmal ein bisschen aufschneiderisch und manchmal ein bisschen zu betont selbstzufrieden daher – aber sie waren am Ende des Tages alle echt!

Der Eintrag mit Vor- und Nachnamen wurde zur Beitrittsgrundlage. „Eine Verzerrung des realen Ichs ist eine Verletzung der AGBs“, brachte das Time Magazine die stillschweigenden Nutzungsbedingungen des Netzwerks auf den Punkt. Ein Klick in Google reichte schließlich, um die Authentizität seines Facebook-Freundes zu überprüfen. Das konnte man von den inflationären Selbstdarstellern auf MySpace, die gerne mit einem Kürzel oder gar Pseudonym daher kamen, nicht unbedingt behaupten.

Smarter Schachzug: Vom Social Network zur Social Utility

Die nächste Aufgabe bestand nun darin, die ständig wachsenden Mitglieder nicht nur zusammenzuführen, sondern ihnen eine Plattform zu geben, auf der sie ihr Leben noch effektiver miteinander vernetzen konnten. „Die Menschen kommunizieren auf höchst natürliche Weise mit ihren Freunden und Bekannten“, erklärt Zuckerberg Time. „Wenn wir diese Kommunikationsweisen ins Internet übertragen, könnten wir Applikationen erschaffen, mit denen die Menschen Informationen, Photos und Videos miteinander teilen“, gab Zuckerberg die neue Unternehmensmaxime aus.

Im ersten Schritt führte das Facebook-Team einen News-Feed ein, durch den alle Mitglieder über die neusten Aktivitäten ihrer Facebook-Freunde innerhalb ihres Netzwerks informiert wurden. Es folgte eine Einbindung von Foto-Elementen, wie User sie aus der beliebten Fotosharing-Community Flickr gewohnt waren. Auch Video-Elemente von YouTube konnten wenig später eingebunden werden. Facebook war auf dem besten Wege, sich zu einem Netzwerk zu entwickeln, das die besten aller Welten des Web 2.0 vereinte.

Mark Zuckerberg wollte unterdessen noch einen Schritt weitergehen und verkündete im Mai 2007 einen nahezu revolutionären Beschluss – sich nämlich für Entwickler zu öffnen, die ab sofort für Facebook Applikationen schreiben durften. „Wir wollen Facebook zu so etwas wie einem Betriebssystem machen, auf dem unzählige Programme laufen“, erklärte der junge Facebook-CEO die einschneidenden Veränderungen. Facebook wandele sich daher vom Social Network zur Social Utility.

„Einer der größten Meilensteine in der Technologiebranche in diesem Jahrzehnt“

Der riskante Eingriff ins Herz von Facebook gelang nicht nur – er machte die beliebte US-Site vitaler denn je. Der frühere Netscape-Gründer Marc Andreesen nannte Facebooks Transformation in seinem Blog „einen der größten Meilensteine in der Technologiebranche in diesem Jahrzehnt“.

Der Ritterschlag der Wall Street sollte wenig später folgen. Im Herbst 2007 wurde nicht nur bekannt, dass der Software-Riese Microsoft einen langfristigen Werbe-Deal mit Facebook einging – der Dow Jones-Konzern investierte auch gleich 240 Millionen Dollar in den Emporkömmling aus dem Silicon Valley. Dafür erstand das höchst bewertete Technologieunternehmen jedoch gerade einmal 1,6 Prozent der Firmenanteile: Facebook wurde damit rein rechnerisch mit enormen 15 Milliarden Dollar bewertet.

Das sind imposante Vorschusslorbeeren für ein gerade einmal 4,5 Jahre altes Startup. Doch fast scheint es, als sollte der Siegeszug der „heißesten Plattform im Web“ (Wired) kaum aufzuhalten sein. Vor wenigen Wochen erst wurde bekannt, dass Facebook nun auch faktisch auf dem Thron angekommen ist: Mit inzwischen 132 Millionen Nutzern überholte Facebook MySpace im Juni erstmals.

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