Porno to go: Sex-Industrie freut sich aufs neue iPhone

Es war der Launch des Jahres: Seit 11. Juli ist das neue Apple-Phone im Handel. Manche würden sagen: im Verkehr. Denn die Features der zweiten iPhone-Generation wie UMTS, rasanter Bildaufbau oder die Integrierbarkeit externer Applikationen begeistern nicht nur Technik-Freaks. Sie rufen auch eine Branche auf den Plan, die sonst auf Diskretion bedacht ist – die milliardenschwere, weltweite Porno-Industrie. Die exzellente Videoqualität macht das iPhone dort derzeit zum most wanted Tool.

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Devan Cypher vom erfolgreichen Nackt-Netzwerk Sin City Entertainment in San Francisco bringt die Begeisterung auf den Punkt: „Das iPhone 2.0 ist mit Abstand das porno-freundlichste Telefon.“ Statt wie früher mit einem billigen Schmuddelheft ist der Pornokunde 2.0 mit einem eleganten und formschönen Hightech-Gerät unterwegs. Und falls neugierige Ohren in der Nähe sind, gibt es ja ein paar schicke Ohrstöpsel.

Der Trend geht eindeutig zur mobilen Nutzung. Porno to go heißt die Devise, und alle wollen dabei sein. Hunderte von iPhone-kompatiblen Formaten gibt es bereits, ebenso viele werden derzeit in den Studios noch produziert. Während bislang Fotos oder öde Textnachrichten das Geschäft bestimmten, ist bald die volle Packung im Angebot. Profitieren dürften auch der in Deutschland und Europa boomende Markt der erotischen Videochats. Dabei spielt auch das statistisch überdurchschnittliche Einkommen der iPhone-Besitzer eine Rolle, ebenso wie ihre Bereitschaft, für content auch zu bezahlen.

Bei Apple will man davon nichts wissen. Steve Jobs erwähnte diesen Aspekt der iPhone-Nutzung bei der bombastischen Gala zur Vorstellung des neuen Modells erwartungsgemäß mit keinem Wort. Die iPhone-Enthusiasten werden da deutlicher: „Ich wünschte mir“, zitiert „Time“ einen Blogger, „es gäbe eine Applikation, die es erlauben würde, Leute auszuziehen, indem ich meinen Finger über die Touchscreen bewege.“ Wie ihm muss es vielen gehen: Das Programm-Kit, das zum Beispiel solche Spielchen technisch möglich machen könnte, wurde auf der Apple-Homepage schon 250.000 Mal downgeloaded. Entscheidender Faktor in Sachen Sex-Videos: Diese Anwendungen erlauben den Direktvertrieb heißer Ware ohne Vermittler oder Servicestationen. Allein diese Konstellation dürfte den Absatz bei der öffentlichkeitsscheuen Klientel besonders ankurbeln.

Schon jetzt sorgen sich Jugendschützer um das Wohl von Kindern, die Zugang zu den iPhones ihrer Eltern haben. Bei Apple versucht man, solche Bedenken herunterzuspielen. Die 2.0-Software werde den Kunden die Möglichkeit geben, eine Kontrolle über die Inhalte auszuüben und vor dem Zugriffe Dritter zu schützen. In der Praxis stellt sich jedoch die Frage, ob das technische Verständnis der erwachsenen Kunden nicht dem des eigenen Nachwuchses hoffnungslos unterlegen ist. Bei der neuen Version, so Kritiker, sei der Zugang zu sensiblen Bereichen geradezu ein Kinderspiel.

So könnte ein wirksamer Schutz heikler Downloads für die Apple-Entwickler die nächste große Herausforderung sein. Und für Steve Jobs der Grund, demnächst eine Neuentwicklung zu präsentieren: das iPhone 3.0.

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