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„Spiegel“-Machtwechsel schon im September

Der Machtwechsel beim "Spiegel" überraschte wenige, der im Juli von den Gesellschaftern anvisierte Zeitpunkt schon: Dass G+J-Mann Ove Saffe erst zum Jahreswechsel auf den Posten des gescheiterten Geschäftsführers Mario Frank rücken sollte, verwunderte Branchenkenner. Jetzt haben die Gesellschafter reagiert und den Führungswechsel vorgezogen: Frank kehrt aus dem Urlaub nicht zurück, Saffe tritt seinen Job zum 15. September an. Auf den Neuen wartet viel Arbeit. Die Mitarbeiter KG äußerte sich erfreut.

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„Wir sind froh über diese schnelle Lösung und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ove Saffe“, sagte Mitarbeiter KG-Sprecher Armin Mahler. Von Mitgesellschafter Gruner + Jahr lag zunächst keine Stellungnahme vor. Damit ist das Machtvakuum beim „Spiegel“ beseitigt. Die Personalie war am 25. Juli öffentlich geworden und hatte monatelange Spekulationen über das berufliche Schicksal von Mario Frank beendet, nachdem die Mitarbeiter KG als Hauptgesellschafter ihrem Geschäftsführer Anfang 2008 das Vertrauen entzogen hatte. Zwar verhinderte Gruner + Jahr in der Folgezeit mit seiner Sperrminorität die Entlassung; es war aber klar, dass Frank nicht zu halten sein würde. Saffe, der seit 2004 als Verlagsgeschäftsführer der „stern“-Gruppe tätig war, hatte zuvor von 1996 bis 2000 das Vertriebsmarketing beim „Spiegel“ verantwortet.

Für den „Spiegel“ läuft es 2008 bisher nicht allzu rund. Bei der verkauften Auflage lag das Magazin im zweiten Quartal mit 1,027 Mio. verkauften Heften zwar nur 2 % unter dem Vorjahr, doch vor allem am Kiosk läuft es schlecht: Um 10 % schrumpfte die Auflage des „Spiegel“, die im Einzelverkauf abgesetzt wurde. Die Zahl der Ausgaben, die dort mehr als 400.000 Mal verkauft wurden, sinkt bedenklich. Im Jahr 2007 waren es noch 18 Ausgaben, 2008 bisher nur vier. auch im Anzeigenverkauf zeigen die Pfeile nach unten: Fast 140 Anzeigenseiten weniger verkaufte man im ersten Halbjahr laut Zentraler Anzeigenstatistik (ZAS) – ein Minus von fast 10 %.

Der aktuelle MEEDIA-Covercheck für die neuesten Einzelverkaufszahlen des Magazins zeigt ebenfalls keinen herausragenden Wert. Die Ausgabe 30 / 2008 mit der Titelgeschichte zum bevorstehenden Obama-Besuch („Deutschland trifft den Superstar“) schlug mit rund 356.000 Exemplaren zu Buche. Der Vorjahrestitel hatte 381.000 Exemplare verkauft.

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