Ove Saffe wird neuer „Spiegel“-Chef

Der "Spiegel" hat einen neuen Geschäftsführer: Ove Saffe, seit 2004 Verlagsgeschäftsführer vom "Stern", übernimmt Anfang 2009 den Posten des umstrittenen Amtsinhabers Mario Frank. Damit hat die seit Monaten schwelende Verlagskrise beim "Spiegel" ein Ende. "Ove Saffe hat langjährige Erfahrung in der erfolgreichen Entwicklung und Weiterentwicklung von Qualitätstiteln, und er kennt den "Spiegel" und seine Kultur aus eigenem Erleben", so Armin Mahler, Sprecher des Haupt- gesellschafters Mitarbeiter KG.

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Auch Mitgesellschafter Gruner + Jahr, der lange an Frank festhielt, zeigt sich mit der Entscheidung zufrieden. „Ove Saffe hat die Mediengruppe um die Marken „Stern“, „Geo“ und „Art“ in einem sehr anspruchsvollen Marktumfeld mehr als vier Jahre lang sehr erfolgreich geführt und dabei die Markendiversifizierung mit hohem Engagement vorangetrieben“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme von G+J-Vorstand und Leiter G+J Deutschland, Bernd Buchholz. „Ich danke ihm sehr herzlich für seine erstklassige Arbeit und wünsche ihm für seine neue Aufgabe alles erdenklich Gute.


Saffe kennt sein neues Betätigungsfeld aus eigener Erfahrung. Bereits von 1996 bis 2000 arbeitete er beim „Spiegel“-Verlag, zuletzt als Leiter Vertriebsmarketing. Danach ging Saffe zum Berliner Verlag, wo er zuerst als Verlagsleiter, dann als Geschäftsführer tätig war. 2004 schließlich wurde er Verlagsgeschäftsführer der Gruner + Jahr-Titel „Stern“, „Geo“ und „Art“. Nachfolger für Saffe wird der bisherige Geschäftsführer von G+J Living, Thomas Lindner.


Mario Frank, der die Geschäfte des „Spiegel“ noch bis Ende des Jahres weiterführen wird, war aufgrund seines autoritären Führungsstils zunehmend in die Kritik geraten. Vor allem Ungeschicklichkeiten bei der Ablösung des damaligen Chefredakteurs Stefan Aust gerieten für Frank zu einem persönlichen Super-GAU.

Desaströs verlief auch die angestrebte Übernahme von 50 Prozent an der „Financial Times Deutschland“. Während Frank und Gruner + Jahr sich einig waren, scheiterte das Geschäft an dem Einspruch der Mitarbeiter KG. In der Öffentlichkeit entstand das Bild eines „Spiegel“-Geschäftsführers, der nicht Herr im eigenen Hause ist. Als Ende April dieses Jahres der größte Gesellschafter des Verlags, die Mitarbeiter KG, Frank das Misstrauen aussprach, stellte sich der Gruner + Jahr Verlag demonstrativ hinter den amtierenden Geschäftsführer.

Die neue Aufgabe dürfte für Saffe eine Herausforderung darstellen: Die Auflage es „Spiegel“ ist rückläufig, die Anzeigeneinnahmen schwinden, auch das Online-Geschäft entwickelt sich nicht mehr so lukrativ wie zuvor. Doch immerhin dürfte die Stimmung in der Brandstwiete sich deutlich bessern. Der gebürtige Norddeutsche gilt als ruhig und besonnen.

Unklar ist noch, warum die lange fällige Übergaberegelung mit einem so langen Vorlauf vollzogen wird. Dies könnte für fast ein halbes Jahr Stillstand an allen Verlags-Baustellen bedeuten – es sei denn, Mario Frank kehrt aus dem Urlaub, in den er sich nach Bekanntwerden seiner Personalie verabschiedete, nicht mehr in seine operative Verantwortung zurück.

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