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China: Täglich sind 100.000 mehr im Web

Keine Nation der Erde hat mehr Internet-User als China und die Zahl der Internetanschlüsse wächst rasant weiter. Das belegt eine Studie der Boston Consulting Group (BCG). Demnach sollen im Jahr 2015 bereits 90 Prozent der Chinesen einen Zugang zum digitalen Netz haben. „Im Westen glauben viele, dass die digitale Entwicklung Chinas noch in den Kinderschuhen steckt. Tatsächlich jedoch ist China im Schnellschritt auf dem Weg zum digitalen Riesen“, sagt Christoph Nettesheim, Senior Partner bei BCG.

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Die Zahlen, die die Studie mit dem Namen „China’s Digital Generations: The 570-Million-Hour Opportunity“ prognostiziert, sind Schwindel erregend. Pro Tag gibt es 100.000 neue Internetanschlüsse im Reich der Mitte, 210 Millionen Chinesen surfen täglich im Netz und verbringen dort zusammengerechnet 570 Millionen Stunden. Dazu wächst auch der Mobilfunk-Markt mit rasender Geschwindigkeit. Im Jahr 2007 kauften sich etwa 80 Millionen Chinesen ihr erstes Handy. Inzwischen besitzt annähernd die Hälfte der 1,3 Milliarden-Bevölkerung einen Computer oder ein Handy oder beides.

Bei all der Euphorie, die solche Zahlen auslösen können, bleibt der Markt für internationale Unternehmen schwierig. Lokale Unternehmen wie Tencent oder Sina bestimmen die Szenerie. Mit Produktpiraterie und niedrigen Preisniveaus haben sie sich etabliert und unliebsame ausländische Konkurrenz mit aggressiven Investitionen, Anpassung an den chinesischen Geschmack und gut kalkulierten Geschäftsmodellen aus dem Rennen geworfen. „Internationale Unternehmen müssen in China grundlegend neu darüber nachdenken, wie sie die chinesischen Verbraucher erreichen und eine Beziehung mit ihnen aufbauen können“, so Nettesheim.

Die Schere zwischen Stadt- und Landbevölkerung klafft jedoch auch bei der digitalen Vernetzung weit auseinander. Die Durchdringung mit Mobiltelefonen liegt in China bei gerade einmal 41 Prozent. Zum Vergleich: Die Vereinigten Staaten erreichten 2007 hier einen Wert von 94 Prozent. Die Internetverbreitung ist sogar noch geringer. Sie liegt bei 16 Prozent (USA: 73 Prozent in 2007). Doch in China arbeitet man fieberhaft daran, die Landbevölkerung schneller zu vernetzen. Die BCG errechnet bis 2015 eine digitale Durchdringung der Gesamtbevölkerung von 90 Prozent.

Die Internet-Vorlieben der Chinesen sind dabei insbesondere Instant Messaging, Blogs, Tauschbörsen und Multiplayer-Spiele. Ausgerechnet Online-Banking und -Shopping misstraut man noch. Angesichts der Netz-Manipulation durch den Staat kaum verwunderlich. Immer noch werden regime-kritische Sites gesperrt.

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