Zeitungen müssen 600.000 Pfund zahlen

Für mehrere Wochen galten Robert Murat, Sergey Malinka und Mikala Walczuch im Fall der Entführten Madeleine McCann als Tatverdächtige Nummer Eins – zumindest bei vier großen britischen Zeitungsgruppen. Die Blätter lagen falsch und müssen nun für ihren Fehler bezahlen. Murat & Co. erstritten vor dem High Court 600.000 Pfund Schadensersatz und eine Entschuldigung. Diese Abmachung gilt für England. Aber auch in Deutschland wurde über über eine mögliche Beteiligung Murats an der Entführung berichtet.

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Alleine eine kurze Google-Recherche mit den Schlagworten „Madeleine Murat Bild“ zeigt, dass unter anderem RP-Online und Bild.de den Kläger mit seinem vollen Namen in einen Zusammenhang mit dem Entführungsfall setzen. Ob die Anwälte der drei Geschädigten nun auch die internationle Presse verklagen wolle, ist im Moment noch unklar.

Die Anwälte von Murat, Malinka und Walczuch hatten vor dem High Court auf Schadensersatz geklagt. Bevor das Gericht zu einem Urteil sprechen konnte, gaben die Angeklagten Verlage heute ihre Fehlleistung zu, entschuldigten sich und erklärten sich bereit, 600.000 Pfund, an die drei Kläger zu zahlen.

Betroffen sind die vier Verlage News International, die Mirror-Gruppe, Express Newspapers und Associated Newspapers, mit insgesamt elf Zeitungen. Neben der hohen Geldstrafe müssen sie zusätzlich in allen ihren Blättern eine Entschuldigung abdrucken.

Das Gericht stellte während des Verfahrens fest, dass über 15 Millionen Leser in über 100 Artikeln die faschen Beschuldigungen erreichten. Der 34-Jährige Murat arbeitet an der Algarve als Immobilien-Makler. Michaela Walczuch ist seine Lebensgefährtin und Sergey Malinka ein befreundeter IT-Berater.

Murat sagte nach dem Prozess: „Die Zeitungen haben mein Leben das Leben meiner Familie komplett zerstört und großes Unglück über uns gebracht.“

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