Döpfner rechnet mit Vorgänger Richter ab

Mathias Döpfner, Vorstandschef bei Axel Springer, wehrt sich gegen Aussagen seines Vor-Vorgängers Jürgen Richter. Richter hatte in der „FAZ“ massive Kritik an Döpfners Amtsführung geübt. Die Pleite des Post-Dienstleisters Pin sei eine „Riesenkatastrophe“ für Springer gewesen. Nun schießt Döpfner, ebenfalls in der „FAZ“, zurück. Richters Andeutung, Döpfner habe mit der Pin-Aktion den Aktienkurs von Springer in seinem Sinne beeinflussen wollen, weist er scharf zurück.

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Richter habe mittlerweile eine Unterlassungserklärung unterzeichnet. Der entsprechende Passus ist auch in der archivierten Online-Version des Richter-Interviews mit der „FAZ“ gelöscht worden. Die Zeitung gibt dem aktuellen Springer-Chef nun breiten Raum, seine Sicht der Dinge darzulegen. Dabei gibt es auch den einen oder anderen Hieb gegen Jürgen Richter. „Herr Richter hat vor elf Jahren unser Unternehmen nach kurzer Amtszeit verlassen. Seither hat er mehrfach öffentlich erklärt, dass seine Nachfolger alles falsch machen und er alles richtig gemacht hätte“, bemerkt Döpfner spitz.

Beim Pin-Debakel habe er, Döpfner, das Problem „klar adressiert“ und schnell gehandelt. Die Pleite von fast 600 Mio. Euro sei im Geschäftsjahr 2007 voll verbucht. Nun gelte es, nach vorne zu blicken. Döpfner wiederholt seine bekannten Ziele der Digitalisierung und der Integration der bisherigen Zukäufe.

Ansonsten lobt Döpfner sich in der „FAZ“ vor allem dafür, was er nicht getan hat – nämlich in Soziale Netzwerke zu investieren, weil die ja (noch) keinen Umsatz erwirtschaften. Dies Eigenlob hält ihn freilich nicht davon ab, zwei Fragen später explizit Burda und Holtzbrinck für ihr Engagement im digitalen Wandel zu loben. Ein Engagement, das im Falle Holtzbrinck unter anderem darin besteht, massiv in Soziale Netzwerke wie StudiVZ zu investieren. Nachholbedarf für Axel Springer sieht Döpfner am ehesten bei Online-Stellenanzeigen, in einigen Regionalmärkten und bei Sport-Inhalten. Letzteres wird die Redaktion der „Sport Bild“ mit Interesse zur Kenntnis nehmen.

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