Claus Strunz wechselt zum „Abendblatt“

Top-Personalie im Hause Springer: Der langjährige Chefredakteur der "Bild am Sonntag", Claus Strunz, übernimmt zum 15. Oktober die Chefredaktion des "Hamburger Abendblatts". Neuer "BamS"-Chef wird Walter Mayer, der bisher die "B.Z." in Berlin geführt hat. Neuer "B.Z."-Chef wird Mayers bisheriger Vize Peter Huth. Die Redaktion der "BamS" ist genau wie die von "Bild" von Hamburg nach Berlin gezogen. Claus Strunz muss mit seiner Familie nun erst einmal keinen Umzugswagen bestellen.

Anzeige

Der bisherige „Abendblatt“-Chefredakteur Menso Heyl, 58, wird Koordinator für journalistische Fragen und Projekte für Springer-Chef Döpfner. Eine Aufgabe, die Strunz bisher nebenher mit erledigt hat, die also nicht direkt im Sperrfeuer des operativen Tagesgeschäfts angesiedelt ist. Claus Strunz wechselt vom Riesen-Tanker „BamS“ (Auflage: knapp 1,7 Millionen) auf die Fregatte „Abendblatt“ (Auflage: 254.000). Das „Hamburger Abendblatt“ ist für Springer zwar ein wichtiges Blatt und eine Cash-Cow. Das ist die „BamS“ aber auch, und zwar in noch viel größerem Maße.

Beobachter haben in jüngster Zeit bei Strunz eine gewisse Amtsmüdigkeit beobachtet. Er führt die „Bild am Sonntag“ seit dem Jahr 2000, hat das Blatt konsequent verjüngt, für Frauen attraktiver gemacht und insgesamt einen modernen, seriösen Boulevardstil gepflegt. Gegen die anhaltende Erosion der Auflage war er letztlich aber machtlos. Zu ihren Glanz-Zeiten verkaufte die „BamS“ über 2,5 Mio. Exemplare. Sein Nachfolger Walter Mayer gilt Springer-intern als ein Hoffnungsträger. Er hat die unter Franz-Josef Wagner und Georg Gafron heruntergekommene „B.Z.“ gehörig entstaubt und zu einer modernen Hauptstadt-Boulevardzeitung geformt. Insidern gilt Mayer als potenzieller Kandidat für die gesamte „Bild“-Chefredaktion, falls sich Kai Diekmann eines Tages wohin auch immer zurückziehen sollte.

Beim „Hamburger Abendblatt“ dürfte sich der 41-jährige Strunz kaum ausgelastet fühlen. Die Abo-Zeitung ist etabliert, die Auflage stabil wie ein Brett. Das „Abendblatt“ wird einen Claus Strunz auf lange Sicht wohl kaum beruflich ausfüllen können.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige