„Spiegel“-Chef … verzweifelt gesucht

Hinter den Kulissen läuft die Suche nach einem Nachfolger für den noch amtierenden "Spiegel"-Geschäftsführer Mario Frank auf Hochtouren. Die "Welt am Sonntag" wartet mit ersten Namen auf. Favorit von G + J und der "Spiegel"-Mitarbeiter KG sei demnach der derzeitige "Stern"/"Geo"-Geschäftsführer Ove Saffe. Auch "Zeit"-Geschäftsführer Rainer Esser und "FAZ"-Geschäftsführer Tobias Trevisan gelten als satisfaktionsfähig. Fragt sich bloß: Wollen die überhaupt?

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Der Job, um den es hier geht, ist schließlich ein ziemlich heißer Stuhl. Das Gezerre um die Person Franks dürfte einen möglichen Nachfolger nachdenklich stimmen. Die Mitarbeiter KG, mit 50,5 Prozent der Mehrheitsgesellschafter im Spiegel-Haus, hat ihm das Vertrauen entzogen, was prompt an die Öffentlichkeit durchsickerte. Inklusive nicht enden wollenden Schnurren über die Manager-Macken des Mario Frank. Ob dieser Vorgänge fühlte man sich bei den Gruners düpiert und schaltete erst einmal auf stur. Der von der Mitarbeiter KG favorisierte Matthias Schmolz lässt sich nun kaum noch als neuer Geschäftsführer durchsetzen. Dafür dürfte G + J schon gesorgt haben. Es muss also ein Kandidat her, mit dem beide Parteien leben können.

Reputation und Qualifikation haben alle drei genannten Verlagsmanager zuhauf. Dass sie auch Lust darauf haben, den vielstimmigen Zoo der Alpha-Tierchen im Spiegel-Hochhaus zu bändigen, bezweifelt hingegen mancher aus der Branche. Am ehesten dürfte tatsächlich noch Saffe an die Brandstwiete zu holen sein. Er steht bereits in G + J-Diensten und würde sich sanftem Druck seines Arbeitgebers kaum widersetzen. Vorher muss freilich noch geklärt werden, wer seinen Job bei der Stern/Geo-Gruppe übernimmt. Aber verglichen mit dem „Spiegel“ geht es dort ja vergleichsweise langweilig zu. Zumindest im Moment.

Und ein Plätzchen für Mario Frank muss man im G + J- oder Bertelsmann-Reich auch noch irgendwo finden. Seinen früheren Spitznamen „Super-Mario“, den er sich als harter Sanierer bei der „Sächsischen Zeitung“ verdient hat, dürfte man künftig allerdings seltener hören.

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