Fritzl, Hitler, Jesus und China

Ein Blick auf die Zahlen des Meedia-Cover-Check-Tools bestätigt viele Klischees: "Der Spiegel" verkauft auch 2008 noch die meisten Hefte am Kiosk mit Adolf-Hitler- und Jesus-Titelbildern, der "stern" punktet mit seinen Serien zu Themen wie "China - Die unheimliche Weltmacht" und "Wege aus der Sucht", sowie den spektakulären Verbrechen des Josef Fritzl, der "Focus" hat Erfolg mit Service-Themen zum Unterhaltsrecht und einem Wissens-Trainer inkkusive DVD-Beilage.

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Betrachten wir die Zahlen der drei großen deutschen Magazine etwas genauer:
Der Spiegel: Die eindeutig erfolgreichste „Spiegel“-Ausgabe des bisherigen Jahres 2008 war die vom 14. Januar: „Hitlers Machtergreifung – Der Anfang vom Untergang“ ging im Einzelverkauf ganze 519.626 mal über die Ladentresen. Damit war die Ausgabe, eins der letzten Hefte unter Stefan Aust, gleichzeitig der erfolgreichste „Spiegel“ seit Herbst 2006 und hat eine Marke gesetzt, die für längere Zeit nicht zu übertreffen sein wird. Doch auch die neuen Chefredakteure des „Spiegel“, Georg Mascolo und Mathias Müller von Blumencron, haben bereits einen großen Verkaufserfolg gefeiert. Am 22. März setzte ihr Oster-Titel zu „Als Jesus noch ein Guru war“ immerhin 494.025 Stück an den Kiosken ab. Mit deutlichem Abstand folgen auf den weiteren Plätzen der internen „Spiegel“-Bestsellerliste das Heft zum Thema „Der Preis des (Über-)Lebens – Wie viel es kostet, die Natur zu retten“ (383.275 im Einzelverkauf) und ein weiterer Titel zur Nazizeit: „Die Täter – Warum so viele Deutsche zu Mördern wurden“ (378.918). Der schwächste „Spiegel“-Titel 2008 war bisher ebenfalls einer der letzten aus der Stefan-Aust-Ära: „Casino Global – Was ist der Einbruch in eine Bank gegen das Verspielen einer Bank?“ verkaufte sich nur 322.567 mal.
stern: An die 500.000er-Hürde kommt der „stern“ schon seit Jahren nicht mehr. Zum vorerst letzten Mal übertraf das Jahresrückblick-Heft aus dem Dezember 2004 diese Marke. 2008 belegt bislang der Auftakt zur Serie „China – Die unheimliche Weltmacht“ Platz 1 der „stern“-Charts. Immerhin 410.739 mal wurde das Heft im Einzelverkauf abgesetzt. Ebenfalls erfolgreich war ein der Auftakt einer weiteren „stern“-Serie“: „Wege aus der Sucht“ interessierte 390.824 „stern“-Käufer. Auf Platz 3 folgt das spektakulärste Verbrechen des Jahres: „Josef Fritzl – Die zwei Welten des Tyrannen“ verkaufte sich 379.670 mal. Ein anderes Verbrechen, das durch alle Medien ging, verkaufte sich hingegen schlecht: „Der Holzklotz-Anschlag – ‚Ihre Mörder sollen das hier lesen'“ ging nur 307.541 mal über die Ladentische.
Focus: Der „Focus“ ist im Einzelverkauf schon immer das schwächste der drei großen wöchentlichen Magazine. Nur zweimal durchbrach er in den vergangenen fünf Jahren am Kiosk die 300.000er Marke: im Herbst 2003 mit den Themen „Erben ohne Ärger“ und „Patient Knie“. 2008 knackte der „Focus“ bisher nichtmal die 200.000er Grenze. Meistverkauftes Heft war mit 190.910 im Einzelverkauf abgesetzten Exemplaren „Testen Sie Ihr Wissen“ – mit einer „Focus-Gehirntrainer“-DVD als Beilage. Direkt dahinter folgt mit 190.250 Heften „Das neue Unterhaltsrecht – Null Euro für die Ex-Frau?“. „Die Heilkraft der Muskeln“ folgt mit 177.483 Verkauften auf dem Bronze-Platz des bisherigen 2008er-Rankings. Der größte „Focus“-Flop des Jahres wäre sogar beinahe unter die 100.000er-chwelle gerutscht: „Online-Banking? Aber sicher!“ fand nur 103.062 Kiosk-Käufer.

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