Miosga will mit Reich-Ranicki bloggen

„Tagesthemen“-Moderatorin Carmen Miosga wird heute durch die Verleihung des Henri-Nannen-Preises führen. Im Interview mit der „FAZ“ verrät sie einiges über ihre lässige Ironie. Besonders freut sie sich auf das Treffen mit Marcel Reich-Ranicki, der heute Abend den Preis für sein Lebenswerk erhält. Wenn sie das Internet für sich entdecken sollte, dann mit ihm: „Vielleicht kann ich Marcel Reich-Ranicki zu einem Doppel-Blog mit ihm und mir überreden. Das wäre doch grandios!“

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Im Vorfeld der Henri-Nannen-Preisverleihung, die heute Abend im Hamburger Schauspielhaus stattfindet, wird Carmen Miosga durchaus persönlich. Ihre lässig hochgezogene Augenbraue, als Ausdruck von Ironie, soll sie angeblich von ihrer Vorgängerin Anne Will geerbt haben. Aber Ironie ist für Miosga Teil des Geschäfts. Wer immer wieder über dieselben politischen Themen berichtet, der braucht Respektlosigkeit. „Ich muss im Interesse der Leute zurücktreten und mich fragen: Worüber reden wir hier eigentlich?“

Auf die Frage, ob sie heut noch mal zum Fernsehen gegangen wäre, antwortete Miosga: „Ich glaube, dass ich noch zu der Generation gehöre, die im Fernsehen gut arbeiten kann. Ich selbst finde es mühsam, mir im Internet meine Informationen zusammenzusuchen.“

Das Interview schärft das Profil der „Tagesthemen“-Moderatorin. So spricht sie auch über ihre russischen Wurzeln und ihr besonderes Interesse an der neuen Stalin-Biographie von Simon Sebag Montefiore. Miosga könnte den „Tagesthemen“ das Profil zurückgeben, das seit dem Abgang von Ulrich Wickert so schmerzlich vermisst wird. Schon länger hinken die Quoten der „Tagesthemen“ denen des „heute-journal“ (ZDF) hinterher. Das liegt vor allem an der Aufbereitung der Themen. Das „heute-journal“ setzt auf Emotionales, während die „Tagesthemen“ deutlich staatstragender daherkommen. Da kann eine Moderatorin wie Miosga eigentlich nur gut tun.

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