Reichweiten-Gewinne für Pott-Portal

Ein halbes Jahr nach Launch der Site sind WAZ-Chef Bodo Hombach und Chefredakteurin Katharina Borchert zufrieden mit DerWesten.de. Das Portal wurde von den Lesern der verschiedenen Tageszeitungen der WAZ-Gruppe – darunter NRZ – angenommen, und mehr noch: die Leser sind Teil des Angebots geworden. Mit Videos und Gastbeiträgen, Kommentaren und Fotos beteiligen sie sich an der Ausgestaltung der Site. Die Reichweite steigt. Auch dank einer beispiellosen Kooperation mit dem WDR.

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Im April hatte die Site 3,6 Millionen Visits, eine Steigerung von einer halben Million zum Vormonat. Konkurrent RP-Online liegt mit 4,8 Millionen Visits dennoch vorn. Um das zu ändern hat Hombach eine Prämie ausgesetzt, die fällig wird, wenn das Portal Ende 2008 die Nummer eins ist.

Ein wichtiger Schritt in diese Richtung übernimmt  ist eine Zusammenarbeit mit dem Westdeutschen Rundfunk: „Der Westen“ übernimmt seit März 2008 Videos des WDR. Sendungen wie „Aktuelle Stunde“ oder „Lokalzeit“ landen künftig nach der Ausstrahlung nicht mehr nur in der WDR-Mediathek, sondern auch auf der Internetseite des Nachrichtenportals. Damit kooperieren erstmals in Deutschland ein öffentlich-rechtlicher Sender mit einem Verlagshaus im Online-Bereich.

Mit ihrer Herbstoffensive 2007 unternahm die WAZ-Mediengruppe den ersten konsequenten Versuch, dem Ruhrgebiet eine Website zu geben. Der Arm von „Der Westen“ reicht weit, von Xanten bis Schwelm, von Düsseldorf bis Selm. Auf der Homepage präsentiert das Portal zunächst das große Geschehen in Deutschland und der Welt. Der Klick in die Ressorts aber führt umgehend in die Region. Hier heißen die Top-Meldungen dann „Seit März 2007 treibt im Horbachtal ein Exhibitionist sein Unwesen“ oder „Wieder Bagger am Wildenkuhlen“. Schlicht und uncool – Lokalnachrichten eben. Oder doch schon wieder cool? Immerhin hat man für das gesamte Projekt keinen gestandenen Journalisten, sondern eine erfolgreiche Bloggerin engagiert: Katharina Borchert, die sich unter Pseudonym mit „Lyssas Lounge“ mit unterhaltsamen Texten einen Namen machte, hat den Online-Auftritt entwickelt und leitet nun die Redaktion.

Für den neuen Internetauftritt hat sie die fünf WAZ-Regionalzeitungen im Ruhrgebiet unter einem Dach vereint. „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“, „Westfälische Rundschau“, „Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung“, „Westfalenpost“ und „Iserlohner Kreisanzeiger“.  Jede der 94 Lokalredaktionen aus den rund 140 Städten und Kleinstädten in Nordrhein-Westfalen ist angehalten, täglich fünf Artikel zum gemeinsamen Online-Angebot beizusteuern. Dafür wurden die knapp 900 Journalisten für das neue Online-Redaktionssystem eigens geschult.

Die Produktionszentrale von „Der Westen“ bildet eine eigens geschaffene Online-Redaktion in Essen, in der ein 22-köpfiges Team an einem einzigen ovalen Tisch sitzt – fern und unbehindert vom Düsseldorfer Print-Hauptquartier. Unterstützt werden die Online-Journalisten von 18 Mitarbeitern in Bereichen wie Marketing und Systemadministration.

Nicht nur die Profis machen „Der Westen“, auch die Nutzer tragen Inhalte bei. Denn neben Autorenjournalismus und Nachrichten bringt „Der Westen“ vor allem Web-2.0-Elemente. Die Leser können alle Artikel unmittelbar kommentieren. Ausgewählte Profi-Blogger und die Community füllen große Bereiche mit eigenen Inhalten. Über eine Geotagging-Navigation per Landkarte kann der Nutzer die Welt in der näheren oder weiteren Umgebung erforschen: Wer ist in der Nähe noch online, wer bloggt, welche Sonderangebote hat der Supermarkt heute? Hinzu kommen Videos, Bildstrecken und ein vielfältiges Serviceangebot. Ein modernes und sehr umfangreiches Regionalportal in Deutschland.

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