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AGF will TV-Messung modernisieren

Die Messung der Fernsehquoten in Deutschland soll präziser werden. Die veränderten Nutzungsgewohnheiten der Zuschauer erfordern veränderte Messmethoden, heißt es dazu von Seiten der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF). Mitglieder der AGF stellten auf dem Medienkongress Mitteldeutschland in Leipzig die wichtigsten Details vor. Die neue Methodik werde die Quotenmessung der GfK genauer machen, außerdem soll damit der zunehmenden Medienkonvergenz Rechnung getragen werden.

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Noch in diesem Jahr werden die 5.640 Messboxen der an der Messung beteiligten Haushalte ausgetauscht. Ab Januar 2009 besteht dann die Möglichkeit, auch die zeitversetzte Nutzung von Fernsehprogrammen durch DVD- oder Festplattenrekorder in die Messung der Einschaltquoten einzubeziehen. Die neuen Boxen können bis zu drei Tage nach Ausstrahlung der Sendung die entsprechenden Daten aufzeichnen.
Außerdem werden künftig nicht nur bis zu 16 Personen, die im Haushalt leben, erfasst, sondern auch bis zu 16 Gäste. Besonders bei sportlichen Großereignissen wie Fussballübertragungen könnte diese Neuerung einen relevanten Einfluss auf die Quote haben.

Insgesamt soll die Außer-Haus-Nutzung durch die neue Methodik besser erfasst werden. Die Sender versuchen auf diese Weise möglichst viele Empfangswege abzudecken – denn mehr Zuschauer bedeuten höhere Werbeeinahmen. “Follow the content“ heißt in diesem Zusammenhang das Zauberwort. „Ob eine Zeitschrift beim Frisör oder zu Hause gelesen wird, ist für die Höhe der Auflage völlig egal. Durch die Neuerungen des Messverfahrens möchten wir jetzt einem Weg folgen, den andere Medien bereits gehen“, so Bernhard Engel, AGF-Mitglied und beim ZDF zuständig für Medienforschung.

Vor diesem Hintergrund soll auch das Zusammenwachsen von Fernsehen und Internet künftig bei der Quotenmessung stärker berücksichtigt werden. „Die Fernsehnutzung per Computer wird zunehmend wichtiger“, sagte Karin Hollerbach-Zens von ProSiebenSat.1-Vermarkter Seven One Media und derzeit Sprecherin der AGF.  Auf dem Medienkongress waren jedoch auch kritische Stimmen zu hören: So warnten Vertreter von ARD und ZDF davor, sich bei der Modernisierung der Messmethoden zu stark an bestimmten Trends zu orientieren. Zunächst müsse abgewartet werden, wie die neuen technischen Möglichkeiten von den Fernsehzuschauern genutzt werden.

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