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So entschied Obama die Medienschlacht

Barack Obama hat es geschafft: Der 46-Jährige ist der erste schwarze Präsidentschaftskandidat der USA. Der Erfolg verdankt sich im Wesentlichen seiner umwerfenden Medienpräsenz, insbesondere der geschickten Nutzung des Internets. Weder seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton noch der Republikaner John McCain haben im Web gegen Obama eine Chance. Seine YouTube-Clips sind die witzigsten, er hat die meisten Twitter-Follower, und sein Webseite ist die wohl beste Politseite aller Zeiten.

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Nach 16 Monaten eines harten innerparteilichen Wahlkampfs hat sich Obama als Kandidat der Demokraten durchgesetzt. Wie die „New York Times“ berichtet, schluge sich viele der unentschiedenen Superdelegierten erst in letzter Minute auf Obamas Seite, die letzten Vorwahlen in South Dakota und Montana steigerte die Zahl seiner Delegiertenstimmen schließlich auf 2.156 – 38 mehr, als für seine Nominierung auf dem Parteitag der Demokraten im August nötig sind.

Obamas Wahlkampf hat Millionen von Amerikanern mobilisiert, darunter viele, die am politischen Geschehen kaum teilnehmen. Eine seiner stärksten Waffen ist dabei die virtuose Nutzung der neuen Medien, insbesondere des Internet. Seine Homepage ist Spendenannahmestelle, politisches Sprachrohr und Basislager für virtuelle Werbemittel.

Während seine Konkurrenten auf eine übersichtliche Anzahl von Millionenspenden aus dem Establishment bauen, erreicht Obama über das Web ein Millionenheer von Spendern mit kleinem Geldbeutel. Und das äußerst erfolgreich: Der aktuelle Wahlkampf brach nicht nur wegen seiner Hartnäckigkeit und Dauer alle Rekorde, sondern auch wegen der Geldsummen, die gesammelt und ausgegeben worden sind.

Die ganze Obama-Homepage setzt – ganz Web 2.0 – auf User-Beteiliung: Ein Social Network, Blogs und Flickr-Streams sollen Surfer für Obamas „Movement for Change“ begeistern. Dazu können sich die Obama-Anhänger auf seiner Website mit Bannerwerbung, Bildern, Clips oder kleinen Werbe-Widgets eindecken, um sie auf ihre Homepage, in ihrem Blog oder ihrer MySpace-Seite einzubinden. So soll sich das „Movement for Chance“ über das ganze Web ausbreiten. Besser lassen sich im Moment die bestehenden Online-Möglichkeiten kaum nutzen.

Ein Indiz für den Erfolg von Obamas Wahlkampf war bereits die Entscheidung von Rupert Murdoch. Ende Mai sagte der konservative Medien-Mogul im Rahmen einer High-Tech-Konferenz bei San Diego, er rechne mit einem Erdrutschsieg des Demokraten.

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