Chef-Ermittlerin im Zeugenstand

Im laufenden Untreue-Prozess gegen Ex-Aegis-Manager Aleksandar Ruzicka haben nun die Ermittler ausgesagt. Thema des gestrigen Verhandlungstages waren die polizeilichen Untersuchungen im September 2006. Die Kripo-Beamten hatten 14 Objekte gefilzt, darunter Geschäftsräume von Aegis Media, Carat und Ermerson FF. Die Ermittlungsleiterin beklagte laut "Horizont", dass die Aegis-Anwälte einen Durchsuchungsbefehl eingefordert hatten. Das sei ein übliches Vorgehen, kontern diese.

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Im Zeugenstand saß Silke T. vom Polizeipräsidium Hessen West, die Leiterin der Ermittlungen. Die Befragung ergab, was auch Ruzicka-Anwalt Marcus Traut schon vor einigen Wochen bemängelt hatte: dass die Behörden erst sehr spät tätig geworden sind. Im Juli 2005 sei die erste anonyme Anzeige eingegangen, mit einer Ergänzung im März 2006, konkrete Ermittlungen begannen aber erst im September 2006.
Silke T. berichtete laut „W&V“, dass Ruzicka bei dieser Durchsuchung versucht habe, ein schwarzes Buch und ein Lapton verschwinden zu lassen. Als dann die Räume der Einkaufs-Unit Aegis Central Services durchsucht werden sollten, mussten die Beamten einen gesonderten Durchsuchungsbefehl beschaffen – ein Vorgehen, dass die Ermittler befremdete. Sie hätten sich mehr Unterstützung erhofft. T. fand das Verhalten „komisch“.
Aegis-Anwalt Gaedertz, der Verfasser der anonymen Anzeige, rechtfertigte laut „Horizont“ dieses Verhalten und weist die Anschuldigung zurück. In seiner Funktion als Anwalt habe er die Duchsuchung nicht ohne entsprechenden Beschluss  zulassen dürfen. Es ginge auch um den Schutz der Kundendaten. Zudem habe er geholfen, die Unterlangen zu identifizieren.
Der Prozess wird am 11. Juni fortgesetzt. Dann sollen wieder die Zahlungsströme beleuchtet werden.

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