Footbo: Facebook für Fußballfans

Mit Footbo geht gerade noch rechtzeitig vor der EM ein Social Network nur für Fußball-Fans ins Rennen. Das Angebot aus England ist konzipiert als eine Art Facebook für Fußball. Man kann Fan-Teams gründen, sich austauschen, Videos und Fotos veröffentlichen, Spielern und Vereinen Noten geben, Spielergebnisse tippen und und und. Mit-Gründer von Footbo ist der gebürtige Bayer Raphael Honigstein, der für den "Guardian" über die deutsche Bundesliga schreibt. Sitz von Footbo ist London.

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Das Angebot befindet sich derzeit noch in einer Beta-Phase, ist aber bereits in den drei Sprachen Englisch, Deutsch und Spanisch zugänglich. Neben Facebook und Co. ließen sich die Macher auch von Wikipiedia inspirieren. Genau wie Artikel bei der Online-Enzyklopädie können Nutzer die Spieler- oder Vereinsporträts jederzeit verändern.
Um ein wenig PR kurz vor der EM zu bekommen, haben die Macher einen Fan-Wettbewerb ins Leben gerufen. Der Footbo-Fanclub, der in den nächsten sechs Wochen die meisten Mitglieder rekrutiert und die meisten Aktivitäten entwickelt, gewinnt ein personalisiertes Riesen-Banner (15 mal 15 Meter).
Footbo versucht, vom EM-Hype zu profitieren. Die Frage ist, ob die Site während des Fußballtrubels genug Momentum erzeugen kann, um auch nach dem Schlusspfiff zu bestehen. Die vor der Fußball-WM in Deutschland gegründeten Fußball-Magazine sind heute alle längst wieder vom Markt verschwunden.
Footbo könte zudem rechtliche Probleme bekommen. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) ist bereits juristisch gegen Fan-Videos bei YouTube und bei der Amateur-Fußballwesite Hartplatzhelden.de zu Felde gezogen. Es wird schwierig für Footbo werden, zu kontrollieren, ob die veröffentlichten Nutzer-Videos tatsächlich alle rechtefrei sind. Nicht umsonst geben die Macher auf der Website gleich einen Kontakt an, an den man sich wenden soll, falls man urheberrechtliche Verstöße auf der Website entdeckt.
Noch ein Problem für Footbo: Große Social Networks wie Facebook oder Myspace bieten auch die Möglichkeit, Gruppen zu bilden. Hier haben sich Fußballfans längst versammelt. Genauso bieten Sport-Sites wie Sport1 auch umfangreiche Community-Features. Trotzdem: Das Thema Fußball ist wie geschaffen fürs Web2.0. Das Potenzial für ein erfolgreiches Angebot ist auf jeden Fall vorhanden.

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