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Vodafone: Mobile 3.0 gescheitert

Noch bevor Mobile 3.0 gestartet ist, könnte schon wieder Schluss sein mit dem Plattformbetreiber für Handy-TV. Immer mehr Mobiltelefone empfangen reguläre TV-Signale. "Diese Geräte kamen überraschend und stellen ein kostenpflichtiges Abomodell infrage", sagte Vodafones Deutschland-Chef Fritz Joussen zur „Financial Times Deutschland“. Er werde kein Bezahl-TV auf dem Handy unterstützen, „solange die Gefahr besteht, dass Kunden dann weniger Geld für andere Dienste ausgeben".

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Vodafone, so Joussen, habe daher für ein werbefinanziertes Handy-TV plädiert, die Medienwächter aber nicht überzeugen können. „Wir sind allerdings offen für einen Markttest. Nur hat uns von Mobile 3.0 noch niemand angesprochen.“ Es dränge sich der Eindruck auf, als sei Mobile 3.0 bereits heute gescheitert.

Der umsatzstärkste deutsche Mobilfunkanbieter plant, über Zusatzdienste an mobilem TV zu verdienen. „Wir bieten dann intelligente Software an. Die bietet eine Wiederholfunktion oder die Möglichkeit, Produkte und Dienste zu kaufen, die gerade im TV gezeigt worden sind. Etwa Songs bei Musiksendern.“

Vodafone hatte sich vergangenen Herbst gemeinsam mit T-Mobile und O2 um die Lizenz für Handy-TV beworben. Die Landesmedienanstalten votierten aber für das Konsortium Mobile 3.0, hinter dem die Verlage Burda und Holtzbrinck stehen. Diese beteiligten sich mit jeweils 33,3 Prozent an der Neva Media GmbH. Weitere Gesellschafter neben Holtzbrinck und Burda sind die Gründer Bernd Curanz und Paulus Neef sowie Christiane zu Salm (Vorstandsmitglied bei Burda Media) und Horst Piepenburg mit zusammen ebenfalls einem Drittel der Anteile.

Ende 2007 einigten sich Mobile 3.0 mit den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF darauf, ihr Programm zunächst für zwei Jahre bundesweit unverschlüsselt und entgeltfrei über die Handy-TV-Plattform zu übertragen. Auch die privaten Sendergruppen RTL und ProSiebenSat1 werden anfangs nur das Programm ausstrahlen, das auch im normalen Fernsehen zu sehen ist.

Demnach spricht einiges dafür, dass Burda und Holtzbrinck sich durchaus bewusst sind, mit regulärer TV-Ausstrahlung via Handy nicht das große Geld verdienen zu können. Setzen sie, ebenso wie Vodafone, auf Zusatzdienste und originäre Sendungen von Zulieferern, wäre Mobile 3.0 keineswegs gescheitert.

Neva Media betreibt unter „Mobile 3.0“ sein Plattformgeschäft mit der Entwicklung von Anwendungen für den neuen technischen Standard DVB-H, der den mobilen Empfang von TV-Programmen, Videos und Mediendiensten auf kleinen Handgeräten wie Mobiltelefonen ermöglicht.

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