Neue Chefredakteurin der WR in der Kritik

Kathrin Lenzer, seit Januar 2008 Chefredakteurin der Westfälischen Rundschau, hat Startschwierigkeiten. Laut „SZ“ musste sich die 36-jährige kürzlich in einer Betriebsversammlung der Kritik einiger Redakteure stellen. Die Vorwürfe: Lenzer „trete als schreibende Chefredakteurin nicht in Erscheinung“, sie „gewichte Themen falsch“ und treffe insgesamt oft den falschen Ton.

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Hintergrund der zur Schau getragenen Abneigung gegen Lenzer ist zum einen die Eigenwahrnehmung der WR. Bis Januar wurde die Regionalzeitung von Klaus Schrotthofer geleitet, einem profilierten Journalisten und beliebten Gast zahlreicher Polit-Talkshows. Die Zeitung hatte, gerade durch Schrotthofers „tadellose, eindeutig überregionale Figur“ eine über die Grenzen des Ruhrgebiets reichende Strahlkraft. Lenzer will nun die WR verstärkt regional ausrichten, besucht Lokalredaktionen, bringt Leserbriefe auf Seite 1. Ein Affront für die eingefahrene Redaktion. Aber Lenzer, derzeit die einzige Chefredakteurin einer deutschen Tageszeitung ist, bleibt dabei: „Ich bekenne mich klar zum Lokalen.“

Zudem wird Lenzer in Dortmund als konservatives  Gewächs der „Rheinischen Post „angesehen. Ihr dortiger Förderer, Ulrich Reitz, war es denn auch, der Lenzer in seiner neuen Position als WAZ-Chefredakteur für die WR empfahl. Teile der Redaktion befürchten nun offenbar, Lenzer sei mit dem Auftrag zur WR gekommen, mögliche Synergie- und damit Einsparpotentiale auszukundschaften.

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