300 Mio. Dollar für Online-Vermarkter

Das Start-Up Adify aus San Bruno, Kalifornien, hatte schon länger nach Investoren gesucht und sich jetzt für einen namhaften Geldgeber entschieden: Cox Enterprises, eines der größten Medienunternehmen, kauft den Online-Werbevermarkter für 300 Millionen Dollar – ein für die Branche überraschender Deal. Welches Ziel verfolgt der US-Gigant mit dieser Investition? Langfristig könnte sich Internet-Werbung neben dem Print- und TV-Geschäft zum dritten Standbein entwickeln, sagen Beobachter.

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Tatsächlich liefen die Gespräche zwischen beiden Unternehmen schon seit mehreren Monaten, schreibt das US-Technologie-Blog „PaidContent“. Das dreijährige Start-up Adify wollte expandieren, gleichzeitig suchte Cox Enterprises seit mehr als einem Jahr aktiv nach einem Unternehmen aus dem Online-Bereich. Bevor der Konzern sein Angebot formulierte, sprach er mit Adify-Kunden, unter anderem mit namhaften Unternehmen wie Forbes, Martha Steward, NBC Universal, Time Warner, The Washington Post  oder Reuters.
Der Online-Werbevermarkter bietet eine Plattform, die Website-Betreiber und Werbetreibende zusammenbringt und es Unternehmen ermöglicht, ihr eigenes Werbenetzwerk aufzubauen. Website-Betreiber können ihre Werbeflächen anbieten und Preise aushandeln; umgekehrt können Werbetreibende ihre Anzeigen genau platzieren und Anzeigen auch zurückweisen, wenn sie es wünschen. Diese Art der Werbung hat sich vor allem im so genannten „Long Tail“-Geschäft etabliert: Kleinere Seiten können in einem bestimmten Themenumfeld eine – für Werber – hochattraktive Zielgruppe erreichen. Mehr als 100 Netzwerke sind so entstanden.
Cox wiederum sieht in dem Kauf von Adify die Möglichkeit, in der Online-Vermarktung Fuß zu fassen und setzt vor allem auf das Wachstumspotenzial des erfolgreichen Start-Ups.
Der Online-Vermarkter gehört nach dem Verkauf zu 100 Prozent zu Cox Enterprises, agiert innerhalb des Konzerns aber als unabhängige Unit. Das Management mit Gründer Russell Frader als CEO bleibt bestehen, das Start-Up behält auch seinen Standort in San Bruno mit weiteren Büros in New York, Alexandria, London, Berlin und Singapore.

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