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Olympia satt: 300 Stunden Live-TV

Ein riesiger Tross auf dem Weg nach China: 400 Mitarbeiter, 30 Kameras und 300 Stunden Pro- gramm. Die Übertragung der Olympischen Sommerspiele vom 8. bis 24. August aus Peking wird für ARD und ZDF zur logistischen Herausforderung und Material- schlacht. Kein Aufwand wird gescheut, um dem Sportereignis des Jahres gerecht zu werden, bei dem 12.000 Athleten bei 302 Wettbewerben in 28 Sportarten an den Start gehen. Berichte über Menschenrechtsverletzungen soll es auch geben.

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„Besser waren wir noch nie auf Olympische Spiele eingestellt“, sagte ARD-Programmdirektor Günter Struve. Neben der Vorfreude auf das Olympische Event schwingt bei den Verantwortlichen auch die Sorge um die politische Situation im kommunistischen China mit. „Das sportliche Ereignis wird im Mittelpunkt stehen, aber ergänzt durch Beiträge drumherum, die sich mit Themen wie Menschenrechte, Minderheiten und natürlich Tibet beschäftigen“, erklärte Struve. ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender nahm angesichts der Boykott-Diskussion im Zusammenhang mit dem Tibet-Konflikt Stellung: „Journalisten sind nicht dafür da, zu boykottieren, sondern aufzuklären.“ Brender: „Es wird ein Weltereignis zwischen Magie und Menschenrechtsverletzungen.“ Die Zusagen der chinesischen Regierung für eine freie Berichterstattung liegen vor, ARD und ZDF wollen sie nutzen. Aber Brender weist auch darauf hin, dass „China keine Demokratie ist, Menschenrechtsverletzungen, Zwangsarbeit und auch Doping sind Themen“.

Für die schwierige Mission wollen die Öffentlich-Rechtlichen ihre prominentesten und vermeintlich besten Reporter und Moderatoren in die chinesische Hauptstadt entsenden: Reinhold Beckmann, Monica Lierhaus, Johannes B. Kerner, Waldemar Hartmann werden aus den olympischen Arenen berichten, auch ARD-Satiriker Harald Schmidt wird im August aus dem unruhigen Reich der Mitte lästern. Nach ihrem Erfolg bei den Olympischen Winterspiele 2006 in Turin wird Schmidt mit Waldemar Hartmann wieder humoristisch als „Waldi und Harry“ im Nachtprogramm ab 22.55 Uhr für eine Stunde aus dem Deutschen Haus talken.

Nach der Übertragung der Eröffnungsfeier, die in der Hand der ARD liegt, beginnt ab dem 9. August die umfangreiche Live-Berichterstattung. ARD und ZDF wechseln sich dabei wie in der Vergangenheit täglich ab. Zwischen 1.00 und 2.00 Uhr nachts beginnt die Livestrecke, die etwas bis 17.30 andauert. Die ARD fasst die Tageshöhepunkte reaktionell von 17.40 bis 19.45 Uhr im Studio zusammen, das ZDF zeigt die Highlights zur Primetime ab 20.15 bis 21.45 Uhr.

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